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Gutachten zur Krankenhausplanung in NRW

"Kapazitätsabbau darf nicht im Vordergrund stehen"

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Nach der Veröffentlichung des Gutachtens zur Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen haben sich Vertreter von Klinik-Verbänden offen für Gespräche gezeigt. "Die verlängerte Zeitschiene der Beratung über diesen neuen Ansatz bietet genügend Raum zum ergebnisoffenen Austausch", erklärte Jochen Brink, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW). Gleichzeitig mahnte er an, die finanziellen Voraussetzungen der Krankenhäuser zu berücksichtigen. "Eine Planung aufgrund von vorgeschlagenen Leistungsbereichen und Leistungsgruppen darf nicht dazu führen, dass Krankenhäuser nach Umsetzung der Pläne nicht mehr wirtschaftlich geführt werden können", so Brink. "Bei der Weiterentwicklung der Krankenhausstrukturen darf nicht der Kapazitätsabbau im Vordergrund stehen."

Brink forderte auch, umfassende Investitionen einzuplanen. "Wenn die Strukturen der Krankenhauslandschaft in NRW in großem Stil umgebaut werden sollen, müssen auch wesentlich mehr finanzielle Mittel für den Strukturfonds zur Verfügung gestellt werden", so der KGNW-Präsident. "Der Investitionsstau in unseren Häusern bleibt eine offene Baustelle in Verantwortung der Landesregierung." Investitionen in Ausbildung und bessere Arbeitsbedingungen für die Pflegenden sowie "ein echter Schub für die Digitalisierung" der Kliniken sollten "höchste Priorität" haben, forderte Brink.

In der vergangenen Woche hat Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ein Gutachten zur künftigen Krankenhausplanung in dem Bundesland vorgestellt. Die Gutachter empfehlen eine grundlegende Reform der Klinik-Planung. Demnach sollen künftig Leistungsbereiche und Leistungsgruppen statt der Anzahl der Betten im Mittelpunkt der Planung stehen. Zudem sollen Qualitätskriterien eine größere Rolle spielen.

Als Reaktion auf das Gutachten betonten Klinikvertreter, dass es auch künftig auf eine wohnortnahe Versorgung ankomme. "Wichtig ist uns neben einer zukunftssicheren Krankenhausplanung das Wohl der Patienten, besonders derjenigen, die auf eine wohnortnahe Versorgung angewiesen sind", so der Vorsitzende der Deutsche Evangelische Krankenhausverbandes (DEKV), Christoph Radbruch. "Es wird darauf ankommen, dass die Patienten auch künftig über ein Krankenhaus in erreichbarer Nähe verfügen", so Ingo Morell, stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Krankenhausverbands Deutschlands (KKVD).

Grundsätzlich positiv bewertete auch der GKV-Spitzenverband die Planungen in NRW. "Für uns ist der Vorstoß aus NRW ein Signal, dass die Bundesländer sich ihren Herausforderungen stellen", sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Nordrhein-Westfalen zähle zu den Bundesländern mit überdurchschnittlich vielen Krankenhausbetten und hohen Behandlungszahlen. Es sei "nachvollziehbar und richtig, die Krankenhausplanung mit Hilfe von wissenschaftlichen Empfehlungen weiterzuentwickeln und den Strukturwandel anzugehen", so Stoff-Ahnis.

Autor

 Hendrik Bensch

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