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Organspende

Katholische Krankenhäuser sehen Widerspruchslösung kritisch

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Vor der heutuigen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags zur Organspende hat sich der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) gegen eine Widerspruchslösung ausgesprochen. "Neben rechtlichen und ethischen Bedenken besteht die Gefahr, dass eine solche Regelung den Menschen das Vertrauen in die Organspende erschwert", so der Verband in einer Mitteilung.

Die Anhörung findet im Vorfeld der Entscheidung im Bundestag im Herbst statt. Auf der einen Seite gibt es eine Gruppe von Abgeordneten, die eine sogenannte doppelte Widerspruchslösung einführen möchte. Demnach gilt jeder Bürger als möglicher Organ- oder Gewebespender, der keinen Widerspruch erklärt hat. Wenn auch den nächsten Angehörigen kein Widerspruch bekannt ist, gilt die Organentnahme als zulässig. Für die doppelte Widerspruchslösung machen sich unter anderem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach stark.

Auf der anderen Seite gibt es einen Gesetzentwurf, der die Bereitschaft zur Organspende erhöhen soll. Dabei soll Bürgern über ein Online-Register die Möglichkeit gegeben werden, ihre Entscheidung einfach zu dokumentieren, jederzeit zu ändern und zu widerrufen. Für diese Lösung setzt sich unter anderem die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock ein.

kkvd-Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin betonte nun, dass in der Klinik der Patient oder seine rechtlichen Vertreter allen Maßnahmen zustimmen müssen. "Mit der vorgeschlagenen Widerspruchslösung würde dieser Grundpfeiler der Patientenautonomie bei der Organspende in Frage gestellt", so Rümmelin. Der kkvd unterstütze die gemeinsame Position der deutschen Bischöfe und der Evangelischen Kirche. Sie verweisen in einer Stellungnahme auf rechtliche und ethische Bedenken bei einer Widerspruchslösung. Positiv bewerten sie dagegen eine behutsame Änderung im bestehenden System, um den Menschen eine informierte Entscheidung zu erleichtern. "Jede Organspende ist ein Akt der Nächstenliebe", erklärte die kkvd-Geschäftsführerin. "Eine solche Entscheidung kann nur freiwillig sein und sollte nicht vom Staat verordnet werden."

Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland insgesamt 955 Organspender. Eurotransplant konnte so mehr als 3.100 Organe vermitteln. Auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen derzeit rund 9.500 Patienten in Deutschland.

Autor

 Hendrik Bensch

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