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Klinikum Stuttgart

„Das Klinikum bleibt Herr über alle Investitionen“

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Das Klinikum Stuttgart ist mit dem Medizintechnikkonzern Philips eine Partnerschaft der besonderen Art eingegangen. Die Klinikvorstände Dr. Alexander Hewer und Prof. Dr. Steffen Jürgensen haben sechs Fragen zu dem Deal beantwortet.

Innovationspartnerschaften sind nicht so häufig in Deutschland. Kliniken lassen einen Dienstleister ungern so stark im Unternehmen wirken. Was hat Sie zu dem Schritt bewogen?

Managemententscheidungen trifft das Klinikum selbstverständlich eigenständig und hat Erwartungen an die Innovationspartnerschaft auf Basis eigener Bedarfsanalysen eigenständig definiert. Es wird zukünftig um den Bezug von Technik in einem flexiblen Rahmen nach Maßgabe des Klinikum gehen. Darüber hinausgehende spannende Inhalte der Innovationspartnerschaft sehen dann Prozessoptimierungen und Versorgungsforschung mit den Stärken beider Partner vor. Davon erhoffen wir uns wechselseitig positive Ergebnisse.

Als „Beratung“ kann man diese Form der Kooperation aber nicht bezeichnen. Das Klinikum bringt als größtes Haus in Baden-Württemberg klinische Exzellenz in  anspruchsvollen Disziplinen wie der Radiologie, der interventionellen Neuroradiologie, Intensivmedizin und endovaskulären Chirurgie ein. Diese Kliniken ziehen wir im Rahmen der 750-Millionen-Neubaumaßnahme in neue, funktionale Räumlichkeiten. Hier haben wir die große Chance, ein Gesamtkonzept zu entwickeln und Interdisziplinarität auszubauen.

Wie profitiert das Klinikum Stuttgart monetär von diesem Deal?

Zunächst durch sehr kompetitive Preise für die Großgeräte. Darüber hinaus durch Reduktion von Aufwand und Komplexität im Einkauf, der Vergabestelle und der Abteilung für Medizintechnik. Indirekt durch stringentere Prozesse, reduzierte Leerlaufzeiten sowie niedrigere Personalbindung, abnehmenden Einweisung- und Schulungsaufwand bei standardisierter Ausstattung. Weitere Effekte wie Qualitätssteigerungen und Minimierung von Fehlern durch Vernetzung, KI und clinical decision support systeme sind schwer zu beziffern.

Die Partnerschaft ist eine Mischung aus Gerätebeschaffung, Innovationsflatrate und Beratungsleistung. Können Sie uns erklären, wie das konkret fakturiert wird? Und: Wo spielt die ergebnisorientierte Bezahlung eine Rolle? 

Basis ist der Rahmenvertrag. Das Klinikum Stuttgart ruft flexibel Großgeräte mit einem definierten Preisbildungsmechanismus über die nächsten Jahre ab. Prozessual teilen wir unser Wissen und arbeiten gemeinsam an Optimierungen – zum wechselseitigen Vorteil und durchaus auch mit dem Ziel, hier eine Art Show-Case zu schaffen. Im Rahmen von Innovationsprojekten sind zusätzlich noch Erprobungen und Entwicklungen neuer, digitaler und vernetzter Ansätze vorgesehen, die auch auf künstliche Intelligenz setzen. Für diese Innovationsprojekte ist abhängig vom messbaren Erfolg, eine ergebnisorientierte Vergütung angelegt.

Übernimmt Philips die Federführung für die Beschaffung von Medizintechnik? 

Das Klinikum Stuttgart bleibt natürlich Herr über alle Investitionen im Bereich Medizintechnik und alle Budgets.

Wie verändert sich die personelle Struktur ihre Medizintechnik- und Einkaufsabteilung aufgrund des Deals?

Gar nichts, auch wenn sich Entlastungen der Bereich durch Standards, einen klaren Rahmen und einheitliche Ansprechpartner ergeben. 

Philips entwickelt sich zu einer Art Full-Service-Dienstleister. Wieso haben Sie sich nicht auch für das Tavi, das Krankenhausinformationssystem (KIS) der Niederländer, entschieden?

Ein KIS war nicht Gegenstand der Ausschreibung. Im Klinikum Stuttgart wird ISH-med genutzt, ergänzend mobil und bettseitig Checkpad-med , auf den Intensivstationen Copra und in den Notaufnahmen, die etwa 100.000 Patienten im Jahr ansteuern, kommt Ecare zum Einsatz. Ob wir ISH-med aktualisieren oder auf ein anderes KIS umsatteln, ist noch offen. Wir beobachten den Markt, und schauen mit Interesse auch nach Skandinavien. Die Ergänzung des Portfolios von Philips um ein KIS ist sicher aus Unternehmenssicht konsequent. Als Maximalversorger wollen wir vor allem ein erprobtes robustes System. 

Autor

 Jens Mau

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