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Gesundheits-Apps

"Der Wettbewerb wird vor allem in den Arztpraxen stattfinden"

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Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) soll im Januar in Kraft treten. Ein Selbstläufer für „Apps auf Rezept“ ist das Gesetz von Minister Jens Spahn aber nicht, sagte Professor Volker Amelung auf einer Veranstaltung in Berlin.

In den ehemaligen Redaktionsräumen der „taz“ haben Vertreter aus der Startup-Szene mit Philipp Kircher vom Health Innovation Hub (hih) des Gesundheitsministeriums und Volker Amelung vom Bundesverband Managed Care (BMC) über die Auswirkungen des DVG diskutiert. Im Kern der Diskussion ging es um den sogenannten Fast track: Gesundheits-Apps sollen zukünftig in einem Schnellverfahren vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen werden. „Das DVG bringt Bewegung in den Markt“, meinte Thom Rasche, Partner des Investors Earlybird. Das findet auch Volker Amelung. Er unterstrich aber, dass sich Startups vor allem Gedanken machen müssen, wie sie die Informationen an die Ärzte bekommen. „Der Wettbewerb wird vor allem in den Arztpraxen stattfinden“, so Amelungs Appell an die Startups.

Kritik erntet der Gesetzentwurf (vor allem von den Kassen) dafür, dass die Startups im ersten Jahr nach der Zulassung selbst über den Preis des Produkts entscheiden dürfen. In der Diskussion wurde aber deutlich:  Zulassung, Preisbildung und Wettbewerb sind im Gesundheitswesen ein diffiziles Zusammenspiel – dass das DVG höchstens in Teilen entschärfen kann. Nico Schwartze von der AOK Nordost, der ebenfalls auf dem Podium saß, erklärte, dass es bei der Preisbildung für Apps keine Blaupause gebe. Die richtigen Mechanismen müssten noch gefunden werden.

Philipp Kircher appellierte an die Startups, möglichst sichere Produkte in den Markt zu bringen und in der Bevölkerung so Vertrauen aufzubauen. Denn in der öffentlichen Diskussion stünden derzeit vor allem die Bedenken und nicht die Chancen im Vordergrund. Es sei auch Aufgabe der Startups, dies zu ändern. Farina Schurzfeld, Co-Gründerin der Therapie-App „Selfapy“, unterstrich, wie wichtig es für den Erfolg eines Produktes ist, frühzeitig wissenschaftliche Studien in Auftrag zu geben. Schließlich müssen Gesundheits-Apps wie andere Medizinprodukte auch ihren Nutzen nachweisen.

Das DVG soll im Januar in Kraft treten. Dann wird eine Verordnung für das Verfahren des BfArM ausgearbeitet und noch im ersten Quartal 2020 sollen die ersten Apps eingereicht werden können. Zu der Veranstaltung „DVG – großer Wurf oder nur ein erster Schritt?“ hatte das Medizintechnikunternehmen B. Braun eingeladen.

Autor

 Jens Mau

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