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Seminar „Best Practice Controlling“

Miteinander sprechen statt nur rechnen

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Kopf und Herz der Mitarbeiter im Krankenhaus erreichen und nicht nur auf Kennzahlen setzen: Auf dem Seminar „Best Practice Controlling“ im Dortmunder Westfalenstadion, zu dem der Bibliomed-Verlag und der Deutsche Verein für das Krankenhaus-Controlling (DVKC) eingeladen hatten, erläuterte Rudolf Mintrop seine Vorgehensweise. „Wir brauchen Zahlen“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Dortmunder Klinikums. Aber ein hundertseitiger Bericht sei der falsche Maßstab. „Denn Ärzte, Pflege und Therapeuten sind werte- und nicht zahlengetriggert. Die Steuerung eines Krankenhauses muss ihr Hirn und Herz erreichen.“

Mintrop spricht aus Erfahrung. Zehn Jahre lang steckte das Dortmunder Klinikum in tiefroten Zahlen, die öffentliche Häme war groß. Eine drohende Insolvenz im Jahr 2009 wurde nur durch eine Unternehmensberatung abgewendet. „Das hat uns die schwarze Null gebracht“, sagte Mintrop. „Aber nur einmal.“ Nachhaltiger Erfolg blieb aus; die Verluste traten erneut ein. Die von den Banken wegen steigender Insolvenzgefahr erzwungene Fortführungsprognose nach IdW-Standard erbrachte das übliche Resultat, wie Mintrop sagte: Stellen runter, Leistungen und Erlöse rauf. Und Identifizierung von Leistungen mit hohen Deckungsbeiträgen, die besonders gesteigert und solche mit niedrigen, die reduziert oder eingestellt werden sollten. "Was Unternehmensberater eben so empfehlen“, sagte Mintrop. „Damit erreichten wir aber weder Köpfe noch Herzen.“

Tatsächlich gelang der Turnaround ganz anders. Es sei gelungen, dass die Belegschaft ihre Verantwortung für das Klinikum und seine Zukunftschancen selbständig in die Hand genommen hat, sagte Mintrop. Sämtliche Unternehmensberater seien seither aus dem Klinikum verbannt. Die Deckungsbeitragsrechnung liege im Panzerschrank und werde nicht genutzt. "Der Kampf für eine gute Zukunft des Hauses wurde auf der Leistungsseite entschieden, nicht durch Kostensenkung."

Seit sieben Jahren schreibt das Klinikum Dortmund schwarze Zahlen und ist auch wieder investitionsfähig. Statt eines Stellenabbaus gab es einen -aufbau. Zum Schluss zog Mintrop einen interessanten, in Dortmund naheliegenden Vergleich: "Der Umsatz vom BVB (Unterhaltungsindustrie) und Klinikum (Gesundheit) ist annähernd gleich groß", sagte Mintrop. "Der Personaleinsatz dagegen 1:10; die Aufmerksamkeit 100:1 (außer bei Patienten 10:10). Über die Unterschiede in den Gewinnmargen wollen wir gar nicht reden.“

Einen weiteren Ansatz erläuterte Achim Schütz, DVKC-Vorstand und Klinikleiter der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik. „Krankenhäuser müssen ökonomisch arbeiten und Ressourcen wertorientiert einsetzen“, sagte er. Dennoch vertritt auch Schütz die Meinung, Ärzte und Pflege nicht mit Kennzahlen zu „überfrachten“. Kennzahlen sollten empfängerorientiert sein, sagte er. Eine wirksame Führung  sei von Kommunikation und Empathie geprägt und sollte psychologische Phänomene unbedingt berücksichtigen, um aus Betroffenen Beteiligte zu machen.

Aktualisiert am 18.11.

Eine ausführliche Berichterstattung lesen Sie in den kommenden Ausgaben von f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus.

Jetzt anmelden: Workshop Controlling auf dem DRG-Forum in Berlin

Thema: Standards als Antwort auf eine diskontinuierliche Welt, u.a. mit Professor Nils Crasselt (Uni Wuppertal), Andreas Weiß (Klinikum Leverkusen) und Sven Wilke (Uniklinik Essen, angefragt).

www.drg-forum.de

Autor

 Christina Schröder

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