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Orientierungswert

Aus DRGs werden PRGs

  • Orientierungswerte

Ja, es gibt berechtigte Kritik am DRG-System. Ja, das DRG-System treibt die Mengenauswertung. Das war aber von Anfang an klar. Die DRG-Finanzierung alimentiert schließlich nicht mehr die Institution Krankenhaus, sondern das Geld hängt an der Diagnose des Patienten. Vorher war es genau umgekehrt. Als es Geld ohne Leistungsbezug gab, war der Patient schon mal lästig. Wenn das Hofbräuhaus budgetiert wäre, wäre der Hinweis am Eingang ökumenisch sinnvoll: "Besuchen Sie den Augustinerkeller!“ Da ist es gut, dass Patienten als Konsumenten in der Gesundheitswirtschaft inzwischen an Bedeutung gewonnen haben. 

Und natürlich, ja, Fallpauschalen senken die Verweildauer. Das war auch gewollt und vor allem im Interesse der Patienten. Überhaupt haben die leistungsbezogenen Preise das Geschehen in den Krankenhäusern transparenter und damit für die Mitwirkung der Betroffenen zugänglicher gemacht. Deshalb wäre es fatal, jetzt kopflos in die falsche Richtung zu stolpern.

Die mühsam in den 1980er und 1990er Jahren vorangetriebene Abkehr vom Selbstkostendeckungsprinzip in der Krankenhausfinanzierung durch Pflexit und Äxit rückgängig zu machen, wäre ein Schlag ins Gesicht der Patienten. Ihr Einfluss würde ausgerechnet in einer Zeit verstärkter Patientensouveränität blockiert. Richtig ist deshalb vielmehr, den Leistungsbezug im Entgeltsystem nicht abzuschaffen, sondern über den Diagnosebezug hinaus auszuweiten. Hinzu kommen muss ganz vorne weg das Patientenwohl als weiterer Maßstab. Deshalb ist die Evidenz in der Medizin genauso zu berücksichtigen, wie Patient Reported Outcomes. Auch müssen patientennahe Investitionen Teil der neuen Krankenhausfinanzierung werden. Und weil die Menschen die wachsenden Möglichkeiten, sie ambulant zu versorgen, überaus schätzen, müssen die Entgeltsysteme der Sektoren harmonisiert werden, auch um die bestehenden Fehlanreize endlich zu überwinden. Schauen wir nach vorn, nicht nach hinten. Machen wir aus den DRGs die PRGs -  die Patient Related Groups.

Autor

Prof. Heinz Lohmann

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