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Umfrage des Marburger Bundes

Ärzte in Kliniken klagen über Druck und Bürokratie

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Überstunden, fehlendes Personal und Zeitdruck: Immer mehr Ärzte in Kliniken kommen an ihre Grenzen. Das geht der Mitgliederbefragung MB-Monitor 2019 des Marburger Bundes hervor. Demnach sagt knapp die Hälfte der rund 6.500 Befragten (49 Prozent), sie sei häufig überlastet; rund drei Viertel der Befragten (74 Prozent) haben das Gefühl, dass die Arbeitszeiten sie in ihrer Gesundheit beeinträchtigen.Für weiteren Frust sorgt außerdem der hohe Zeitaufwand für Bürokratie: Wie der Marburger Bund in seiner Umfrage herausfand, verbringen 60 Prozent der Krankenhausärzte mindestens drei Stunden am Tag mit Verwaltungstätigkeiten, 35 Prozent sogar vier Stunden am Tag. Im Jahr 2013 hatten das laut dem Marburger Bund bei einer vergleichbaren Umfrage nur acht Prozent der Klinikärzte angegeben. „Es ist schlichtweg ein Skandal, wie viel Arbeitskraft und Arbeitszeit mit Datenerfassung und Dokumentation vergeudet wird. Wenn nur die Hälfte an Zeit für unsinnige und überflüssige Schreibarbeit eingespart werden könnte, hätten wir schon viel für die Patientenversorgung gewonnen", sagte Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes und fordert: „Wir brauchen eine Generalinventur, bei der unnötige Vorgaben identifiziert und danach ersatzlos gestrichen werden. Hier ist die Politik gefordert, der Regulierungswut der Krankenkassen nicht mehr länger nachzugeben.“„Es sind oft sinnlose Bürokratiearbeiten, die die Ärzte von ihrer eigentlichen Arbeit am Patienten abhalten", sagt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum. "In zwei Millionen von 20 Millionen Fällen lösen MDK-Prüfungen Rechtfertigungsbürokratie aus.“ Würde es gelingen, nur die drei Stunden Bürokratiearbeit der 60 Prozent zu halbieren, hätten wir die Arbeitskraft von 3.750 vollzeitbeschäftigten Ärzten mehr zur Verfügung, so Baum. Dass trotz deutlich gestiegener Zahl der Ärzte die Arbeitsbelastung hoch ist, liege auch an der künstlichen Verknappung durch überzogene Regulierung. Durch immer mehr Personalvorgaben in einzelnen Leistungsbereichen, einer Ausweitung der Anwesenheiten statt telefonischem Bereitschaftsdienst, würden die Arbeitskapazitäten immer mehr künstlich verknappt. Auch für diese Entwicklung sei die Gesetzgebung verantwortlich, sagt Baum. 

Autor

 Christina Schröder

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