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Telemonitoring

Charité und Barmer schließen IV-Vertrag für Herzpatienten

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Die Berliner Uniklinik Charité und die Barmer starten eine Kooperation zur telemedizinischen Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz im Rahmen eines Integrierten Versorgungsvertrags (IV).

Der Vertrag basiert auf einem Forschungsprojekt der beiden Institutionen, das bereits 2005 mit „Partnership for the heart“ begonnen hat. Die anschließende „Fontane-Studie“ habe sowohl eine Verbesserung der Mortalität als auch der Morbidität nachgewiesen, erklärte Friedrich Köhler, Leiter der Kardiovaskulären Telemedizin der Charité. So sei etwa die Hospitalisierungsrate der Herzinsuffizienz-Patienten um 30 Prozent zurückgegangen.

Das kardiovaskuläre Telemedizinzentrum der Charité ist rund um die Uhr mit einem Arzt und einer Pflegekraft besetzt. Die Patienten bekommen vier Messgeräte: ein Elektrokardiogramm (EKG), ein Blutdruckmessgerät, eine Waage sowie ein Tablet zur Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands. Das Personal im Telemedizinzentrum überwacht die vom Patienten gelieferten Werte rund um die Uhr. Falls notwendig, passen die Fachkräfte die Medikation an, oder empfehlen einen Arzt- oder Krankenhausbesuch. Die Barmer vergütet sowohl die teilnehmenden niedergelassenen Ärzte als auch die Charité. „Pro Patient bezahlen wir rund 1.400 Euro pro Jahr“, verrät Mani Rafii, Vorstandsmitglied der Barmer.

Insgesamt gibt es 2,5 Millionen Herzinsuffizienzpatienten in Deutschland und 450.000 stationäre Behandlungen pro Jahr – die jährlichen Therapiekosten liegen insgesamt deutlich über 3 Milliarden Euro. „Telemedizinsche Betreuung in diesem Bereich leuchtet schon auf den ersten Blick ein. Aber das reicht nicht, man muss den Nutzen nachweisen“, bemerkt Thomas Rachel, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, das das Projekt mitfinanziert hat. In den nächsten Wochen sollen die Ergebnisse des Projekts dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorgelegt werden, der dann voraussichtlich im Frühjahr 2021 über eine Einführung in die Regelversorgung entscheiden könnte.

Professor Köhler, dessen Name eng mit dem seit 15 Jahren laufenden Projekt verbunden ist, schätzt, dass man in Zukunft deutschlandweit 20 bis 25 solcher telemedizinischen Zentren für Herzinsuffizienz brauchen wird. Staatssekretär Rachel nennt den IV-Vertrag zwischen Charité und Barmer einen „Riesenschritt in die Versorgungsrealität der Patienten“. 

Autor

 Jens Mau

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