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Forschung

Neuer Ansatz für MERS-Therapie entdeckt

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Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung haben an der Charité einen neuen Angriffspunkt für die Bekämpfung des Mers-Virus identifiziert. Die Wirksamkeit gegen verwandte Coronaviren, wie das derzeit zirkulierende Virus (2019-nCoV), wird noch getestet. 

Das "Middle East respiratory syndrome coronavirus" (MERS-CoV) wurde 2012 entdeckt. Die Infektion mit dem Erreger kann eine grippeähnliche Erkrankung verursachen, die häufig mit einer gefährlichen Lungenentzündung einhergeht. Nach Angaben der Charité gab es seit der Entdeckung des Virus rund 2.500 Fälle weltweit, vier davon in Deutschland. Forschende haben unter der Co-Leitung von Dr. Marcel Müller vom Institut für Virologie herausgefunden, "dass das Mers-Virus den zellulären Prozess der Autophagie drosseln muss, um sich zu vermehren", schreibt die Charité in einer Pressemitteilung. Autophagie ist ein körpereigener Recycling-Mechanismus, den Zellen nutzen, um beschädigtes Material oder Abfallprodukte abzubauen. Darauf aufbauend identifizierten die Forscher Wirkstoffe, die die Autophagie ankurbeln und damit das Viruswachstum in den Zellen deutlich hemmen. 

Mit dem Protein SKP2 gelang es den Forschern, "einen bisher unbekannten molekularen Schalter zu identifizieren, der den Ablauf der Autophagie regelt", heißt es weiter in der Meldung. Das Virus aktiviert diesen "molekularen Schalter", um die Autophagie zu drosseln und so dem "eigenen Abbau zu entgehen". Die Forscher behandelten Mers-infizierte Zellen mit verschiedenen SKP2-Hemmern, um den Entsorgungsprozess anzukurbeln. Unter den getesteten Substanzen waren auch bereits zugelassene Wirkstoffe wie Niclosamid, das gegen Bandwurmerkrankungen eingesetzt wird. Durch diese Stoffe konnte die Vermehrung des Erregers deutlich reduziert werden. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass SKP2 ein vielversprechender Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen das MERS-Virus – und möglicherweise auch gegen andere Autophagie-abhängige Viren – ist", erläutert Marcel Müller. Für den Einsatz dieser SKP2-Hemmer als Medikamente würden allerdings noch Tests im Organismus fehlen. Aufgrund der Nebenwirkungen seien auch noch klare Risiko-Nutzen-Abwägungen nötig. Ob die SKP2-Hemmer auch gegen verwandte Coronaviren wie das Sars-Virus oder das derzeit zirkulierende Virus aktiv sind, werden die Forscher testen.

 

 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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