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Interview mit dem Chef der Schön Klinik

Ivančić: Viel Freiheit für das Management vor Ort

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Der ehemalige Helios-Manager Dr. Mate Ivančić drehte in den ersten Monaten als Schön-Boss kräftig am Personalkarussell. Viele neue Manager kamen. Die sollen auf regionaler Ebene mehr Verantwortung bekommen, etwa was die Budgetverhandlungen betrifft. Gleichzeitig sollen die Häuser mehr kooperieren, etwa beim MDK-Management. Im Interview mit f&w erklärt Ivančić die neue Managementstruktur. 

 

Sie sind im August als Chef der Schön Klinik angetreten, einen Monat später hat das Unternehmen den Abschied von fünf geschäftsführenden Direktoren verkündet. Wieso haben Sie so heftig am Personalkarussell gedreht?

Das basiert auf einer Grundsatzentscheidung. Bisher war die Schön Klinik sehr zentral organisiert, jetzt sind wir auf dem Weg zu einer dezentralen Führungsstruktur – und das hat natürlich auch Auswirkungen auf das oberste Management. 

Wie sieht die neue Führungsstruktur aus?

Für uns ist wichtig, dass unser Management vor Ort viel Freiheit und Verantwortung hat. Bisher waren zum Beispiel Budgetverhandlungen oder das Personal Recruiting eine Dienstleistung der Firmenzentrale. In Zukunft wandern diese Kompetenzen zu den Kliniken.

Neben den geschäftsführenden Direktoren mussten weitere Führungskräfte gehen. Sie haben neue Klinikgeschäftsführer installiert und die Leitung einiger Kliniken zusammengezogen. Wie läuft so ein Personalaustausch in so kurzer Zeit ab?

Christopher Schön und ich haben kurz nach meinem Antritt im August alle Häuser bereist, uns mit den Mitarbeitern vor Ort unterhalten und die Struktur genau angeschaut. Danach haben wir den Führungskräften dargelegt, was wir ändern werden, und darüber gesprochen, wer diesen Weg mit uns gehen kann und will. Ab Ende September haben wir die Umstrukturierung begonnen. Teils haben wir Leute von außen geholt, teils haben wir Mitarbeiter intern weiterentwickelt. 

Die Familie Schön ist Mehrheitseigner der Kette. Rund 20 Prozent gehören dem Minderheitsgesellschafter Carlyle, der gleichzeitig auch die Mehrheit an der Klinikkette Ameos hält. Ist eine Fusion der beiden Ketten denkbar? 

Im Moment gibt es keine Pläne und keine Gespräche. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass die Schön Klinik-Gruppe immer mehrheitlich in Familienhand bleiben wird.

Dieter Schöns Sohn Christopher sitzt als Chief Operating Officer mit Ihnen im Vorstand, außerdem ist er Gesellschafter des Unternehmens. Welche Rolle spielen er und Sie mittelfristig in der Schön Klinik?

Ich fände es schade, wenn nicht grundsätzlich der Wunsch bestünde, dass die nächste Generation dieses Unternehmen irgendwann weiterführt. 

Eine Frage zur medizinischen Qualität: Befürworten Sie Mindestmengen?

Ja und das ist ja mittlerweile auch keine Glaubensfrage mehr. Es ist wissenschaftlich untermauert, dass mit steigender Fallzahl die Ergebnisqualität steigt. Ich bedaure es sehr, dass die Konsequenzen bei unterschrittenen Mindestmengen so lax sind. Ich bin auch ein Verfechter der Pflegeuntergrenzen, also einer klaren Definition, wie viel Pflege nötig ist, um gute Versorgung zu sichern. Hierzu gibt es bereits Empfehlungen und Vorgaben von Fachgesellschaften oder im Rahmen von Zertifizierungen. Entscheidend ist dabei aber, dass beispielsweise auf Intensivstationen auch nur Patienten liegen, die tatsächlich intensivpflichtig sind. Nur dann ist eine Pflegemindestbesetzung realisierbar und sinnvoll.

Im gesamten Interview aus der neuen f&w lesen Sie außerdem, welche Strategien die Schön Klinik verfolgt, um im ambulanten Markt stärker Fuß zu fassen, warum Mate Ivančić sich noch nicht sicher ist, ob Schön der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) beitritt und weshalb er das MDK-Gesetz begrüßenswert findet.

    

Die Schön Klinik ist die größte familiengeführte Klinikkette in Deutschland. Minderheitsgesellschafter ist der Investor Carlyle, der auch beim Klinikbetreiber Ameos Anteile besitzt. Die Schön Klinik erwirtschaftet seit Jahren stabile Renditen meistens über 10 Prozent, 2019 waren es 10,1 Prozent. Begonnen hat das Unternehmen mit einer Klinik für Adipositaschirurgie, heute betreibt Schön 14 Akutkliniken. Ein gutes Drittel des Umsatzes macht Schön mit psychosomatischen Leistungen. Fast zwei Jahrzehnte hat Dieter Schön das Unternehmen geführt, 2018 hat er den Vorstand verlassen. Seit August ist der langjährige Helios-Manager Dr. Mate Ivančić Chef der Schön Klinik.

Autor

 Jens Mau

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