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50 Prozent befürworten Einrichtung einer Kammer in Bayern

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Das Umfrageergebnis zur Einrichtung einer Pflegekammer in Bayern steht fest: Jeder Zweite sprach sich demnach für eine eigene Berufsstandvertretung aus, 34 Prozent votierten dagegen. 16 Prozent waren noch unentschieden oder enthielten sich. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Südost wertete das Resultat als ein klares Ja zur Kammer: „Die Pflegenden haben entschieden. Sie wollen eine Pflegekammer in Bayern.“ Damit stehe auch deren Gründung nichts mehr im Weg, sagte die Geschäftsführerin des DBfK Südost und Vorsitzende der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der flegeberufe (Bay. Arge) Marliese Biederbeck.    

Anders sieht das jedoch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der sich von dem 50 Prozent-Votum für eine Verkammerung wenig beeindruckt zeigt: „Die Landesregierung sollte sehr genau prüfen, ob ein derart schwaches Votum eine Basis für die Einrichtung einer Zwangskammer sein kann“, sagte der Landesvorsitzende Kai Kasri.  Unterdessen forderten aber die bayerischen Pflegeberufsverbände eine zügige Verabschiedung des seit zwei Jahren vorliegenden Kammergesetzes durch den Landtag. „Die rasante Zunahme pflege- und hilfebedürftiger Menschen und der drastische Fachpersonenmangel in der Pflege erfordern jetzt ein schnelles Handeln“, hieß es in einer Mitteilung. Zudem verspricht sich der DBfK von einer Interessenvertretung für professionell Pflegende eine Aufwertung des Berufs: „Für viele wird es wieder eine Option sein, in den Beruf zu gehen oder zurückzukehren. Wir brauchen dringend viele, motivierte Pflegende, es ist fünf vor zwölf“, sagte Biederbeck.

Auch hier hielt der bpa dagegen: „Eine Kammer löst die Probleme der Pflege nicht, weil sie an den entscheidenden Stellen nicht zuständig ist“, sagte der Leiter der Münchener Landesgeschäftsstelle Joachim Görtz. Qualitätsanforderungen, Personalschlüssel, Vergütungen und Pflegestandards würden weiterhin durch die bestehenden Verbände und Vertragspartner mit den Pflegekassen verhandelt. Darüber hinaus sei eine Kammer mit mehr finanziellen Belastungen und Bürokratie für die Pflegenden verbunden.

Die Erhebung zur Kammereinrichtung wurde im Auftrag des Bayerischen Gesundheitsministeriums von der Hochschule für angewandte Wissenschaften München und dem Sozialforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführt.

 

Autor

 Johanna Kristen

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