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Pflegereport 2013: Mehr ambulant, mehr Reha

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2012 hatten die ambulanten Pflegedienste Hochkonjunktur: 23 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland haben sie versorgt – so viele wie nie zuvor. Das ist ein Ergebnis des heute veröffentlichten Pflegereports 2013 der Barmer GEK. Entsprechend seien die Personalkapazitäten im ambulanten Pflegesektor zwischen 1999 und 2011 um 64 Prozent gewachsen und damit deutlich schneller als die Bettenkapazität in den Pflegeheimen, die im selben Zeitraum nur um 36 Prozent zulegte. „Hier scheint der Grundsatz ‚ambulant vor stationär‘ reale Wirkung zu zeigen“, sagte Studienautor Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen.

Als zentrales und überraschendes Ergebnis präsentierten er und Barmer GEK-Vizechef Rolf-Ulrich Schlenker heute in Berlin das Ausmaß von Rehabilitationsmaßnahmen: Um Pflegebedürftigkeit zu verhindern oder zu lindern, erhielten 15 Prozent der über 65-jährigen Betroffenen im Jahr vor Pflegeeintritt eine medizinische Rehabilitation, im nachfolgenden Jahr noch 7 Prozent. „Der Grundsatz ‚Reha vor Pflege‘ lebt“, so Schlenker. „Der Bedarf wird erkannt, die Kassen sind leistungsbereit.“

Weitere Ergebnisse des Reports: Die Zahl der Pflegebedürftigen ist mit 2,5 Millionen 2011 auf einen neuen Höchststand gestiegen und wird bis 2050 auf 4,5 Millionen anwachsen. Grund sei allein der demografische Wandel, denn die Wahrscheinlichkeit für eine Pflegebedürftigkeit ab einem bestimmten Alter sei in den letzten 12 Jahren nicht gestiegen. Allerdings gebe es starke regionale Unterschiede mit einer erwarteten Zunahme der pflegebedürftigen Einwohner in Brandenburg um 72 Prozent gegenüber Bremen mit nur 28 Prozent. Der erwartete Bundesdurchschnitt liegt laut Report bei 47 Prozent.

Ebenfalls gestiegen ist der Eigenanteil an Pflegeleistungen, was die Autoren auf die bis 2008 fehlende und seither unzureichende Dynamisierung der Leistungen zurückführen. In der stationären Pflege liege der insgesamt aufzubringende Eigenanteil deshalb in allen Pflegestufen deutlich höher als die Pflegeversicherungsleistungen, selbst bei den rein pflegebedingten Leistungen, die ursprünglich vollständig von der Versicherung übernommen werden sollten. Hier kommen Kosten zwischen 346 und 760 Euro monatlich auf die Betroffenen zu.

Als erfreulich bezeichnet die Barmer GEK die wachsende Inanspruchnahme der zusätzlichen Betreuungsleistungen: von 65.000 im 3. Quartal 2008 auf gut 200.000 im 2. Quartal 2012. Auch hier spiegele sich die zunehmende Bedeutung ambulanter Pflegedienste wider. Wo sie im Spiel seien, würden deutlich mehr Betreuungsleistungen abgerufen.

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