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Regierung gibt 35 Millionen Euro für psychische Forschung

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert ein neues Netz von Einrichtungen zur Erforschung psychischer Erkrankungen mit bis zu 35 Millionen Euro. Dies teilte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka am Montag in Berlin mit. „Mit dem neuen Forschungsnetz setzen wir wichtige Akzente zur Erforschung psychischer Erkrankungen. Wissenschaftler aus ganz Deutschland werden gemeinsam daran arbeiten, diese Erkrankungen besser zu verstehen“, sagte Wanka. Es gebe viele Behandlungswege, deren Nutzen noch ungeklärt sei, erklärte Wanka. Die Forschungsministerin sagte, bei den Projekten werde Wert darauf gelegt, dass Ergebnisse der Grundlagenforschung möglichst schnell „ans Patientenbett transferiert“ würden.

Das Forschnungsnetz soll ab Sommer 2014 seine Arbeit aufnehmen. Wichtigstes Ziel sei die Erprobung neuer Therapien: So würden etwa neue medikamentöse Wirkstoffe klinisch getestet, zum Beispiel Minocyclin. Dieses Antibiotikum werde gegen Infektionen eingesetzt, sei aber auch für die Behandlung von Depressionen in den Fokus der medizinischen Forschung gerückt. Das neue Forschungsnetz deckt laut BMBF 30 universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen in ganz Deutschland ab.

Doris Pfeiffer, Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, wies in ihrem Statement auf die wachsende Zahl psychischer Erkrankungen hin. Sie nannte die vom BMBF nun angestoßene Förderung der Versorgungsforschung „ein wichtiges Signal“. Innovationen müssten aber einer „angemessenen Nutzenbewertung und Evaluation unterzogen werden“. Positiv erwähnte Pfeiffer auch die Einführung des neuen Vergütungssystems in der Psychiatrie, die pauschalierenden Entgelte Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP), nach denen psychiatrische Einrichtungen ab 1. Januar 2015 verpflichtend abrechnen müssen, was aber von Seiten der Kliniken und Ärzte heftig kritisiert wird.

Auch der Heidelberger Professor für Psychiatrie und Vorsitzende des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim, Andreas Meyer-Lindenberg, machte auf der Pressekonferenz des BMBF seine kritische Sicht auf PEPP deutlich. Die Einführung der neuen Vergütung sei ein „großer Umbruchprozess, der aus guten Gründen in anderen Ländern nicht vollzogen“ worden wäre. Meyer-Lindenberg sprach sich deshalb dafür aus, die Übergangsphase um zwei Jahre bis 2017 zu verlängern. Vom Bundesgesundheitsministerium gibt es bisher keine Signale, dieser Forderung der Leistungsanbieter nachzukommen. Eine entsprechende Petition an den Bundestag haben bisher 12.301 Personen unterzeichnet.

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