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Pflege

Katholische Krankenhäuser: Personaluntergrenzen keine Lösung für mehr Pflege

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Im Vorfeld der Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages zum Personalmangel in der Pflege hat der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) seine Bedenken zu Personaluntergrenzen geäußert. Der Verband warnte vor mehr Bürokratie, wenn die Bundesebene Personalanhaltszahlen für alle bettenführenden Abteilungen vorgebe. Im Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD auf dieses Vorhaben festgelegt. Dadurch bleibe jedoch weniger statt mehr Zeit für die Pflege am Bett, kritisiert der KKVD in einer Pressemitteilung.

Wenn die Besetzung der Stellen täglich dokumentiert werden müsse, verlange dies den Kliniken einen hohen Zeitaufwand ab, so der KKVD. Die Vorgaben würden auch Folgen für die Versorgung haben, erklärte die Sprecherin der KKVD-Geschäftsführung, Bernadette Rümmelin: „Da die Kliniken ad hoc ihre Leistungen einschränken müssen, wenn sie die Vorgaben aufgrund globaler Ursachen wie beispielsweise Grippewellen oder der Mangelsituation auf dem Arbeitsmarkt für Pflegekräfte nicht einhalten können, drohen künftig Engpässe im gesamten Versorgungsangebot.“

Politisch müsse stattdessen zunächst der Fachkräftemangel behoben werden. Der KKVD erhofft sich von der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung steigende Bewerberzahlen, die den Mangel an Pflegekräften langfristig ausgleichen könnten. Durch Personaluntergrenzen bestehe hingegen die Gefahr, dass die unternehmerische Freiheit der Krankenhausbetreiber eingeschränkt werde. So bleibe für Innovationen und eigenständige Lösungen kaum Platz.

Der Gesundheitsausschuss befasst sich heute mit dem Pflegepersonalmangel in Altenheimen und Krankenhäusern. Dazu werden unter anderem Vertreter von Klinik-, Pflege- und Patientenverbänden gehört. Dabei werden auch die Personalvorgaben für die Pflege in Kliniken thematisiert werden. Der Deutsche Bundestag hatte der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem GKV-Spitzenverband im vergangenen Jahr vorgegeben, bis zum 30. Juni dieses Jahres Untergrenzen für pflegesensitive Bereiche festzulegen. Die Ausarbeitung gestaltet sich jedoch als schwierig. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD zudem bereits angekündigt, dass für alle bettenführenden Abteilungen eines Hauses Personalvorgaben erarbeitet werden sollen.

Autor

 Hendrik Bensch

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