Charité und Vivantes

Tarifkonflikt in Berlin: Verhandlungen laufen

  • News des Tages
Tarifkonflikt in Berlin: Verhandlungen laufen
© ©Werner Krueper Fotografie

Im Tarifkonflikt zwischen Verdi und den Berliner Krankenhäusern Vivantes und Charité ist laut Gewerkschaft in einigen Punkten eine Einigung erzielt worden. Seit heute laufen weitere Verhandlungen.

Am weitesten seien bisher die Verhandlungen mit der Charité vorangeschritten, sagte Tarifsekretärin Melanie Guba am Dienstag in Berlin. So gebe es zum Entlastungsausgleich und zur Verbesserung der Ausbildungsqualität eine Einigung. Mitarbeitende sollen künftig nach fünf unterbesetzten Schichten einen Tag Freizeitausgleich nehmen können. Dabei sei jedoch die Zahl der freien Tage gedeckelt, fünf Tage für 2022, zehn für 2023 und 2024 höchstens 15 Tage. Der Freizeitausgleich soll auch von den Auszubildenden genutzt werden können. Ein weiteres Novum ist die Möglichkeit eines sogenannten Sabbaticals, Erholungsbeihilfen und Altersteilzeitkonten, wie die Charité mitteilt.

Offen ist jedoch noch die Mindestpersonalbesetzung auf den Stationen. Die Gewerkschaft forderte dazu mehr als 1.200 neue Vollzeitkräfte in der Pflege innerhalb von drei Jahren einzustellen. Dies sei aus Sicht der Charité "unrealistisch" und würde mit dem Belastungsausgleich die gesamte Universitätsmedizin strukturell gefährden, heißt es in der Meldung. Auch der Arbeitsmarkt würde Personalbesetzungen in der Größenordnung nicht hergeben. Die Charité bot dafür an, 700 neue Mitarbeitende einzustellen, was Verdi jedoch ablehnte. Am Mittwoch sind weitere Verhandlungen geplant. 

Situation bei Vivantes

Mit Vivantes liegt die Gewerkschaft noch weiter auseinander, zeigt sich aber zuversichtlich.  Es könne noch viel in dem ab heute geplanten Verhandlungsmarathon bewegt werden, sagte Intensivpflegerin und Mitglied in der Tarifkommission Anja Voigt am Dienstag. "Wir haben das Ziel, noch in dieser Woche in Verhandlungen zu einem guten Ergebnis für die Beschäftigten und die Versorgung der Berlinerinnen und Berliner zu kommen", sagte auch Melanie Guba am Montag der dpa. Vom heutigen Dienstag bis Donnerstag sind die Gespräche mit Vivantes geplant. Sowohl die Gewerkschaft als auch der Krankenhausträger sind sich darüber einig, dass spürbare Entlastungen für die Beschäftigten nötig sind. "Bei den dafür vorgeschlagenen Maßnahmen und Besetzungskennzahlen müssen wir aber realistisch bleiben", räumt Vivantes Geschäftsführerin Personalmanagement Dorothea Schmidt in einer Meldung ein. Die von Verdi platzierten Forderungen würden zu einem zusätzlichen Bedarf von 2.800 Pflegefachpersonen führen, diese seien auf dem Arbeitsmarkt jedoch "nicht einmal ansatzweise" zu finden, so Schmidt. Dennoch sei man zuversichtlich, eine Einigung erzielen zu können. 

Verhandlungen seit Mai

Mitte August kündigte die Gewerkschaft an zu streiken, falls bis zum Stichtag keine Einigung über einen Tarif erzielt werden könnte. Zuvor wurden erste Einigungsversuche nach wenigen Stunden abgebrochen. Der Streikankündigung sind zähe Tarifverhandlungen seit Mai vorangegangen. Damals startete von Verdi die "Berliner Krankenhaus-Bewegung", die eine Petition von Beschäftigten der Charité, Vivantes und deren Tochterunehmen überreichte und einen Tarifvertrag Entlastung forderte. Gesetzt wurde damals eine Frist von 100 Tagen, die am 20. August verstrich. Der Warnstreik führte zu keiner Lösung. Laut dpa-Meldung sind seit dem 9. September etwa 1.000 Mitarbeitende der landeseigenen Häuser in einem unbefristeten Streik. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich