Corona

Fresenius-Chef Sturm fordert mehr Transparenz im System

  • Covid-19
Fresenius-Chef Sturm fordert mehr Transparenz im System
© Bild von Silas Camargo Silão auf Pixabay

Fresenius-Chef Stephan Sturm fordert eine bessere Vernetzung der Krankenhäuser in Deutschland um die Corona-Pandemie zu bewältigen. So könnten Kliniken in weniger betroffenen Regionen Patienten aus Hotspots aufnehmen. Für mehr Transparenz könnte beispielsweise ein zentrales Register sorgen. 

Ebenfalls kritisiert Sturm den zu starken Fokus auf die Intensivkapazitäten der Kliniken. Dort, wo es zu Engpässen in Krankenhäusern gekommen sei, sei das meist wegen des Mangels an Intensivpflegekräften geschehen und nicht wegen fehlender Intensivbetten, heißt es in einer dpa-Meldung. Eine Behandlung der Covid-Patienten sei auch auf sogenannten Intermediate-Care-Stationen, einer Zwischenstufe zwischen Normal- und Intensivstationen, möglich. 

Aktuell werden in den 89 Helios-Kliniken mehr als 1.400 Corona-Patienten behandelt, davon 280 auf Intensivstationen. Zu den vorhandenen 1.400 Intensivbetten könnten kurzfristig 1.000 weitere bereitgestellt werden. Insgesamt sei die Lage mancherorts zwar angespannt, "wir stehen aber nicht vor dem Kollaps", so Sturm.

Trotz Pandemie sollten auch andere Patienten nicht außer Acht gelassen werden. Während der ersten Welle wurden elektive Eingriffe verschoben, viele Betten standen letzlich leer, da diese glimpflicher verlief als zunächst erwartet. Sturm moniert daher eine Einmischung der Politik. Politiker aus der Ferne sollten nicht entscheiden, welche Patienten behandelt werden sollten, sondern die Ärzte vor Ort. So sei in den Helios-Kliniken die Hälfte der Kapazitäten mit elektiven Eingriffen belegt mit einer durchschnitlichen Verweildauer von vier Tagen. "Wir können als in vier Tagen ein halbes Krankenhaus freiräumen", sagt Sturm. Aus Angst vor dem Virus würden auch viele Menschen auf wichtige Vorsorgeuntersuchungen verzichten. So könnte es bei Verzicht in den kommenden Jahren zu einer Übersterblichkeit von Krebspatienten kommen. Auch Patienten mit Schlaganfällen oder Herzinfarkten kämen oft viel zu spät in die Kliniken. 

 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich