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+++ Blog: Revolutionary Hospital +++

Peppers Weg zur künstlichen Intelligenz

  • Revolutionary Hospital

Auf der diesjährigen Conhit in Berlin war der Pflegeroboter „Pepper“ der Star der IT-Healthcare-Messe. BibliomedManager hat mit dem Forschungsteam von der Universität Siegen und der FH Kiel auf der Conhit gesprochen was Pepper alles noch lernen muss.

An zwei Hochschulen der Republik wird fleißig geforscht und daran gearbeitet, Pepper fit für Patienten zu machen. Ob Gangnam Style, Thai-Chi oder Memory – Pepper ist vielseitig einsetzbar. Vor allem für kognitive Spiele und in der Bewegungstherapie, erklärt Wirtschaftsinformatiker Felix Carros: „Momentan funktioniert Peppers Interaktion über den lokalen Speicher im 1,20 Meter großen Gehäuse. Der Roboter hat eine ,Wenn-Dann‘-Programmierung und sein Algorithmus reagiert auf spezielle Key-Words“, erklärt Carros. Der Wirtschaftsinformatiker ist Teil des jungen Forschungsteams, das sich mit der Human Computer Interaction beschäftigt und in Zukunft die künstliche Intelligenz im kleinen 28 Kilogramm schweren Roboter möglich werden lassen will. 

Pepper selbst stammt von der französischen Firma Aldebaran, die das japanische Unternehmen Softbank aufgekauft hat. Ersatzteile für Pepper erhalten Kunden weiterhin direkt aus Frankreich, erzählt Carros. Damit Pepper im Altersheim oder im Krankenhaus eingesetzt werden kann müssen erst einmal circa 17.000 Euro investiert werden, um das Framework des Roboters zu kaufen. Dazu fallen weitere Kosten für Ersatzteile und Apps sowie Workshops, in denen die Programmierung und Wartung behandelt wird. Das Forschungsteam, das Pepper für sein Projekt adoptiert hat, ist bemüht, ihn jeden Tag besser werden zu lassen, sagt Carros stolz: „Wir können uns sehr gut vorstellen, dass Pepper auf  Kinderstationen eingesetzt werden kann, denn die Kinder reagieren sehr offen auf seine Erscheinung und sind schnell dabei, wenn es um Technik und Apps geht.“ Kompliziert sei momentan allerdings, dass Pepper zum Teil größer ist als die kleinen Patienten und sie deshalb schnell übersieht.

Pepper fokussiert seinen Betrachter mit digitalen Augen und kann ihm sogar folgen, wenn sich dieser bewegt. „Das wirkt fast schon wie künstliche Intelligenz, ist es aber noch nicht wirklich“, erklärt Doktorand Carros. Voraussetzung für künstliche Intelligenz ist, dass ein System, zum Beispiel ein Roboter wie Pepper, musterähnliche Fragen erkennen und aus einer Vielzahl vorinstallierter Aussagen eigenständige Antworten geben kann.
Hierzu sei aber weiterhin die Installierung eines Chatbots in Peppers System nötig. Eine große Hürde in vielen Gesundheitseinrichtungen ist eine unzureichende Internetverbindung, denn ohne ständige WLAN-Verbindung sei das System künstliche Intelligenz in der Robotik nicht möglich, fügt er hinzu.
Im Fokus der Forschung rund um Peppers Einsatz stehen ganz klar der Praxisnutzen und die Interoperabilität. „Wir wollen möglichst viel Publizieren: Die gesamte Studie ,Anwendungsnahe Robotik in der Altenpflege (ARIA)‘ ist noch in der Entstehung. Wir tauschen uns regelmäßig mit den Altersheimen aus, die Pepper besucht. Im Marienkrankenhaus in Siegen hat er vergangenes Jahr Weihnachtsgrüße überbracht und seine Fähigkeit bewiesen dort eingesetzt zu werden“, so Carros. 

Stellt man dem jungen Team von Studenten und Promovierenden die entscheidende Frage, wer sich um Peppers technischen Support kümmern kann, sind sie sich sicher, dass kein umfangreiches technisches Know-how nötig ist, um ihn regelmäßig mit Updates zu versorgen. Ein Programmierer sei allerdings zunächst notwendig, damit Pepper alle wichtigen Vorinstallierungen bekommt und die Apps auch funktionieren. Ein Werkstudent mit einer 20-Stunden-Woche könne diese Arbeit sicherlich meistern. Wenn Pepper für den Einsatz im Krankenhaus bereit ist, könne er problemlos mit Wearables verbunden werden, erklärt Carros. Pepper könnte dann Patienten betreuen und dazu auffordern ihre Medikamente einzunehmen. Mit den geeigneten Apps und Tools wäre er in der Lage beispielsweise Blutdruck oder Blutzucker messen. Noch sei das Projekt auf Peppers Weg zur künstlichen Intelligenz nicht ausgereift, die technischen Voraussetzung gibt es aber bereits. 

Autor

 Philipp Schwehm

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