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Interview mit Asklepios-CIO Henning Schneider

"Jeder Mitarbeiter braucht sein eigenes mobiles Gerät"

  • Revolutionary Hospital

Der Klinikriese Asklepios hat begonnen, sein Flagschiff – die ehemaligen LBK-Kliniken in Hamburg – mit einem papierlos arbeitenden Krankenhausinformationssystem zu bestücken. Asklepios-CIO Henning Schneider spricht im Interview über den Siegeszug mobiler Geräte, den Self-Check-in für Patienten und weitere digitale Dienstleistungen.

Die Zeit der Kassandra-Rufe von IT-Leitern scheint passé: Digitalisierung ist in aller Munde. Gesundheitspolitiker, Kassen, Wissenschaftler, Krankenhausmanager – alle beschwören sie. Zahlt sich das mittlerweile in IT-Investment aus?

Ein klares Jein! Es gibt einen spürbaren positiven Wandel in Deutschland. Aber sowohl was die Budgets angeht als auch organisatorisch ist noch nicht genug passiert: IT-Budgets in Krankenhäusern sind meist immer noch unter zwei Prozent, Fachkräfte sind schwer zu finden. Auch bei Asklepios ist die Investitionsquote nicht höher als anderswo. 

Wie viele Endgeräte kursieren in den Asklepios-Häusern?

Insgesamt sind es etwa 19.000 Endgeräte, die wir im ganzen Konzern zentral managen, hinzu kommt eine ständig steigende Zahl mobiler Geräte, derzeit sind das weitere 3.000. Die haben heute noch keinen oder nur sehr eingeschränkten Zugriff auf Patientendaten, aber das wird sich ändern. 

Wie viele mobile Geräte brauchen Sie in Zukunft?

Mobile Stations-Tablets haben sich nicht bewährt. Sie verschwinden, der Akku ist leer oder sie gehen schnell kaputt. Im Grunde braucht jeder Mitarbeiter, der flexibel arbeiten soll, sein eigenes mobiles Gerät. Nur wenn es das zentrale, eigene Kommunikations- und Dokumentationsmittel des Mitarbeiters ist, funktioniert der Einsatz. Es ist natürlich sehr teuer, so viele Geräte bereitzustellen – aber aus meiner Sicht alternativlos. Die Bring-your-own-device-Strategie geht im Krankenhaus leider noch nicht auf, dafür sind die Datenschutzanforderungen für den Umgang mit ‧Patientendaten auf privaten Geräten einfach zu hoch. 

Was halten Sie als IT-Manager vom Selbstkostendeckungsprinzip in der Pflege, das nun eingeführt werden soll. Konterkariert der Pflexit nicht technische Innovationen?

Leider ja. Derzeit dokumentiert eine Pflegekraft etwa drei von acht Stunden Arbeitszeit. Gute IT-Systeme können diese Zeit jetzt schon halbieren. Diese Entwicklung findet aber keinen Niederschlag und erst recht keine Förderung im Gesetz. Auch Robotik und logistische Systeme (Unit-Dose) verändern den Aufwand in der Pflege. Wäre es nicht sinnvoll, dass neben dem Ruf nach mehr Pflegekräften auch die Arbeit von Pflege auf der Station effektiver gestaltet wird, damit mehr Zeit für die Arbeit am Patienten bleibt? 

Digitale Services für Patienten sind in aller Munde – wo steht Asklepios und was planen Sie?

Wir wollen den Patienten die Online-Terminbuchung in allen Ambulanzen ermöglichen. Aktuell ist das schon in 18 Kliniken mit 36 Fachabteilungen der Fall und wird dort schon rege genutzt. Wir haben uns für das erste Jahr das Ziel 100.000 Online-Terminbuchungen gesetzt. Das ist aber nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer Art Self-Check-in fürs Krankenhaus. Der ersetzt natürlich nicht ein Patientengespräch. Aber die Kontaktaufnahme und das Austauschen von Informationen vorab erhöht die Qualität des Patientengesprächs und verkürzt es natürlich auch. Außerdem, entlastet die Online-Terminvergabe unser Personal.

Zum vollständigen Interview mit Asklepios-CIO Henning Schneider aus f&w (Abo-Bereich).

Autor

 Jens Mau

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