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Orientierungswert KW 39/2016

Spanische Vorbilder

Spanische Vorbilder

  • Orientierungswerte
  • 26.09.2016

Boris Augurzky Geschäftsführer der Institute for Health Care Business GmbH Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI)

Die Gesundheitsversorgung ist ein weitgehend nationales Thema. Die relevante Gesetzgebung findet auf nationaler Ebene oder sogar darunter statt. Grenzüberschreitende Versorgung findet daher bislang kaum statt. Nur vereinzelt sind Pendler und Urlauber aus dem Ausland zu sichten, die sich in Grenzregionen gesundheitlich versorgen lassen. Dies dürfte auch nach dem kürzlich erfolgten Erwerb der größten privaten Krankenhauskette Spaniens, Quirónsalud, durch Fresenius Helios erst einmal so bleiben. Mittelfristig dürfte es aber zu einem erkennbaren Im- und Export von Ideen und Versorgungskonzepten kommen. Innerhalb der Klinikkette von Helios ist damit zu rechnen, dass sich Lerneffekte in beide Richtungen entfalten.

Dabei wird es aber nicht bleiben. Gerade in Spanien ist die regionale Variation der Gesundheitsversorgung recht groß. Auf regionaler Ebene existieren zum Teil völlig unterschiedliche Konzepte, bis hin zur Vollversorgung ganzer Regionen durch einen Anbieter. Man wird sich nicht nur innerhalb von Helios die Frage stellen, was sich davon lernen lässt. Auch die Gesundheitspolitik in Deutschland wird sich rechtfertigen müssen, weshalb gerade die bestehenden deutschen Versorgungsstrukturen in allen Belangen besser sein sollten als die spanischen. Damit handelt es sich quasi um eine Art groß angelegtes Innovationsfonds-Projekt. Insofern könnte dieser Erwerb nicht nur für Helios perspektivisch Vorteile bringen, sondern auch für die Gesundheitsversorgung in Deutschland insgesamt.

Abgesehen davon erreicht außerdem erstmals ein Krankenhausunternehmen Augenhöhe zu den Giganten der digitalen Ökonomie wie Google, Apple und andere, die sich anschicken, immer mehr ernst zu nehmende Wettbewerber in der Gesundheitsversorgung werden.

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