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60. VKD-Jahrestagung in Würzburg

VKD-Tagung erörtert Lösungen für Notfallversorgung

VKD-Tagung erörtert Lösungen für Notfallversorgung

  • News des Tages
  • 09.05.2017

v.l.: Dr. Mike Peters (Rechtsanwalt), Peter Förster (Geschäftsführer Westpfalz-Klinikum GmbH), Dr. Jörg Brokmann (Leiter Notaufnahme RWTH Aachen), Timo Schöpke (Direktor des Notfallzentrums am Werner Forßmann Krankenhaus in Eberswalde), Gunther Beth (Geschäftsbereichsleiter III der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz)

Unter Krankenhausvertretern wächst der Wunsch nach einer sektorenübergreifenden Notfallversorgung sowie einer Neuordnung der Finanzierung dieses Bereichs. Das zeigte die Debatte am zweiten Tag der 60. VKD-Jahrestagung in Würzburg. Timo Schöpke, Direktor des Notfallzentrums des Werner-Forßmann-Krankenhauses Eberswalde, forderte die anwesenden Klinikvertreter dazu auf, das Notfallkonzept des GKV-Spitzenverbandes zu unterstützen. Faktisch nähmen derzeit nur 1.200 Krankenhäuser an der Notfallversorgung teil. Mit dem Stufenkonzept würden es nur unwesentlich weniger sein; Schöpke nannte 1.100. Dagegen äußerte VKD-Präsident Josef Düllings Widerspruch. „Wir haben als Träger die Erfahrung gemacht, dass Fachgesellschaften in Gremien Maximalvorschläge platzieren, die die Kassen aufgreifen und den Kliniken das Budget kaputt machen.“

Schöpke plädierte für eine generelle Neuorganisation der Notfallversorgung und gemeinsame Lösungen vor Ort. „Den Hut muss aber das Krankenhaus aufhaben“, betonte er. Denn nur dort gebe es die Strukturen, um Patienten vollumfänglich versorgen zu können. Den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) warf er „Rosinenpickerei“ vor, weil sie die Notfallversorgung dort einstelle, wo es sich nicht lohne. Er will gemeinsame Lösungen mit den Niedergelassenen vor Ort.

Auch Jörg Brokmann, Leiter der Notaufnahme am Universitätsklinikum Aachen, plädierte für zentrale Anlaufstellen an großen Krankenhäusern, die gemeinsam mit den KVen organisiert werden. „Die KV kann ihren Sicherstellungsauftrag in den kommenden Jahren nicht mehr sicherstellen“, prognostizierte er unter anderem mit Verweis auf die veränderte Einstellung junger Ärzte im niedergelassenen Bereich. Ähnlich argumentierte Peter Förster, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern. Er kritisierte, dass 70 Prozent der niedergelassenen Ärzte sich aus dem Bereitschaftsdienst freikauften. Brokmann bemängelte zudem, dass der Auftrag an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) für eine Neuordnung der Notfallversorgung auf den stationären Bereich begrenzt sei und die anderen Bereiche dabei nicht berücksichtige. Notwendig sei eine einheitliche Finanzierung für Rettungsdienst, sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich.

Gunther Beth, Geschäftsbereichsleiter der KV in Rheinland-Pfalz, signalisierte Kooperationsbereitschaft und plädierte für individuelle Lösungen für jedes Krankenhaus. Ein gemeinsamer Finanzierungstopf für die Notfallversorgung sei denkbar. Zuvor müsse jedoch geklärt werden, wie dieser sich aus den existierenden Budgets speise.

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