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Orientierungswert: Prof. Dr. Boris Augurzky

Und es bewegt sich doch!

Und es bewegt sich doch!

  • News des Tages
  • 17.05.2017

Prof. Dr. Boris Augurzky

Das deutsche Gesundheitswesen ist bekannt für seine Behäbigkeit und seinen Hang zu Besitzstandswahrung. Während andere Branchen durch Innovationen völlig neu erfunden werden können, erfindet das Gesundheitswesen neue Regeln, um eben solche Innovationen draußen zu lassen – immerhin auch eine Form von Einfallsreichtum. Man kann darüber viel lamentieren. Aber vielleicht ist es an der Zeit, einmal innehalten und sich zu erlauben, positive Entwicklungen hervorzuheben.

Inzwischen beschäftigt sich die gesamte Branche mit den Folgen der Digitalisierung und anderen technischen Innovationen. Kein Gesundheitskongress kann sich mehr erlauben, diese Themen nicht zu besetzen. So manch größerer Krankenhausbetreiber verfolgt mittlerweile eine klare Digitalisierungsstrategie. Die Techniker Krankenkasse lässt IBM eine elektronische Patientenakte bauen, die später auch von anderen genutzt werden kann. Selbst im ambulanten Bereich geschieht Unerwartetes: In Baden-Württemberg hat die Landesärztekammer das Fernbehandlungsverbot gekippt, sodass nun auch telefonische und online-Beratung nach dem Schweizer Vorbild Medgate möglich wird. Der Strukturfonds wird rege angenommen und stößt in einigen Landkreisen ein Umdenken hinsichtlich ihrer Krankenhausstrukturen an. Der Innovationsfonds schafft zahlreiche sektorenübergreifende und technikaffine Modellprojekte, die das Potenzial haben, später einmal bundesweit Schule zu machen. Damit nicht genug: es wird sogar über eine Weiterentwicklung des G-BA diskutiert. Und selbst das leidige Thema der Krankenhausinvestitionen scheint inzwischen auch die Nicht-Gesundheitspolitiker erreicht zu haben. Spannend ist dabei, wie sich die neue Regierung in Nordrhein-Westfalen wohl dazu positionieren wird.

Wenn sowohl unternehmerische als auch die staatliche Impulse zu mehr Dynamik verhelfen, kann es uns gelingen, das deutsche Gesundheitswesen auf die immensen Herausforderungen im kommenden Jahrzehnt ordentlich vorzubereiten. An diese Dynamik sollte die gesundheitspolitische Agenda nach der Bundestagswahl im Herbst anknüpfen.

 

 

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Prof. Dr. Boris Augurzky

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