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Orientierungswert KW 31/2017

„Was erlaube Gröhe?“

„Was erlaube Gröhe?“

  • News des Tages
  • 02.08.2017

Prof. Dr. Bertram Häussler

Wäre Giovanni Trapattoni heute Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland, und würde er die Minister nach ihrer Haushaltsdisziplin beurteilen, hätte er Grund zum Ärger über seinen Mittelfeldspieler Hermann Gröhe. Dieser ist zwar nicht so verwöhnt wie weiland Struuuunz, der keine Tore schoss, aber alles besser wusste. Aber Disziplin beim Sparen? Da muss Schäuble sich voll auf die niedrigen Zinsen verlassen. Gröhe hat die Gesundheitsausgaben um fast fünf Prozent pro Jahr steigen lassen, während das Bruttoinlandsprodukt nur um gut drei Prozent gewachsen ist.

Dafür hat Gröhe in den vergangenen Jahren viel geackert. Er war zuverlässig im Mittelfeld und sorgte für Ruhe in der Mannschaft. So unspektakulär, dass die Kamera selten auf ihn aufmerksam wurde. Unter den zehn bekanntesten Ministern rangiert er nicht. Und trotzdem ist er einer der wichtigsten Spieler, wenn es um die Wiederwahl seiner Kanzlerin geht. Das Thema Gesundheit sollte aus den Zeitungen verschwinden. Daher gab es mehr Geld für Ärzte und Krankenhäuser, weil Streiks im Gesundheitswesen das Gefühl untergraben, dass die Gesundheit gesichert ist. Und die Gesundheit ist seit Jahren der Deutschen höchster Wert. Weil alles andere nicht mehr sicher ist, soll es wenigstens die eigene Gesundheit sein.

„Sauber abgearbeitet“ könnte die Kanzlerin zu Hermann Gröhe sagen, wenn sie mit ihm derzeit vor den Wahlprognosen säße. Trap könnte nichts dagegen einwenden.

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