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Orientierungswert von Boris Augurzky

Die Farbkombination spielt keine Rolle

Die Farbkombination spielt keine Rolle

  • News des Tages
  • 13.10.2017

Boris Augurzky Geschäftsführer der Institute for Health Care Business GmbH Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI)

Das Ergebnis der Bundestagswahl steht fest. Fest steht auch, dass es zähe Koalitionsverhandlungen geben wird, sodass ein Koalitionsvertrag noch eine Weile auf sich warten lassen wird. In der Gesundheitspolitik dürfte der wesentliche Inhalt aber schon auf der Hand liegen, auch wenn sich die Parteien vor der Wahl wenig dazu geäußert hatten. Denn die anstehenden Herausforderungen sind unabhängig von der politischen Couleur, „Jamaika“ oder „GroKo“ spielt keine Rolle. Es seien nur folgende Stichworte genannt: Digitalisierung, Robotik, neue Berufsbilder, Neuausrichtung der Notfallversorgung und eine effektive Patientensteuerung, sektorenübergreifende Versorgung und Optimierung der Versorgungsstrukturen, Adjustierungen am DRG-System und Behebung der Investitionslücke im Krankenhausbereich. Insbesondere sollte der neue (oder alte) Gesundheitsminister unter seiner Amtszeit das Thema „Digitalisierung“ zur Chefsache erklären. In dieser Legislaturperiode ist die elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland einzuführen. Hier ist Leadership gefragt. Alle seine Reden sollten enden mit „ceterum censeo ePA esse introducendam“.

Viele Nachbarländer Deutschlands sind diesbezüglich schon um einiges weiter. In Österreich kann der Bürger in-zwischen Einsicht in seine Gesundheitsdaten über das Smartphone nehmen. Das sind wir auch dem deutschen Bürger längst schuldig. Gegebenenfalls ist das Thema der Investitionslücke mit der Digitalisierung zu verknüpfen. Hier brauchen wir kluge Vorschläge, welche Arten von Investitionen zum Ausbau der Digitalisierung gefördert werden sollten und welche dagegen Aufgabe der Krankenhäuser selbst sind, um ihre Prozesse effizienter zu gestal-ten. Darüber hinaus muss die Industrie, die bei der Digitalisierung unterstützen soll, dem Gesundheitswesen auf Augenhöhe begegnen dürfen. „eHealth“ ist nicht nur aus der Brille von „Health“, sondern auch aus der Brille von „e“ zu entwickeln. Auch sind bestehende Gesetze dahingehend zu prüfen, ob sie Regulierungselemente enthalten, die eine Digitalisierungsstrategie ausbremsen. Und schließlich sollte sich Deutschland gemeinsam mit anderen Ländern bei der EU dafür stark machen, EU-Fördergelder in Richtung Digitalisierung umzulenken. 

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