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Orientierungswert von Peter Velling, BMVZ

Von der Freiheit der Anstellung

Von der Freiheit der Anstellung

  • Orientierungswerte
  • 20.10.2017

Peter Velling

Die beratenden Fachausschüsse der angestellten Ärzte sind besetzt. Dies bedeutet in den 17 ärztlichen Selbstverwaltungen (KVen) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat der angestellte Arzt jetzt ein Gremium, um selbstbewusst und frei mitsprechen und mitgestalten zu können. Dieser Fachausschuss verkörpert die Besonderheit, dass ihm fachübergreifend sowohl die Haus-, als auch Fachärzte und Psychotherapeuten angehören und er somit auf fachübergreifendes kooperatives Arbeiten ausgerichtet ist – in manch einer KV vielleicht eine Brücke zu manch niedergelassenem Kollegen und der Vertreterversammlung.

Als Vorsitzender des Fachausschuss Angestellte Ärzte in der KV Berlin fühle ich mich berufen, den freien Beruf Arzt mitzugestalten. Noch immer wird den angestellten Ärzten die Freiheit in der Ausführung ihres Berufes abgesprochen und ein weisungsuntergebenes Handeln mit Blick auf die wirtschaftlichen Interessen ihrer Arbeitgeber unterstellt. Dabei ist die Anstellung nur ein Zeichen der Zeit gesellschaftlichen Wandels. Die Anstellung ist längst nicht mehr außergewöhnlich, die Entscheidung für den Arbeitsstatus freiwillig.

Ich kenne beide Seiten. Ich selbst habe 2009 bewusst aus der Niederlassung in die Anstellung gewechselt. Heute bin ich als praktizierender Arzt, Ärztlicher Leiter und Leiter ambulanter Sektor MVZ der Evang. Lungenklinik Berlin tätig. Grund für meine Entscheidung war, mehr Zeit für die Patienten zu haben und weniger Zeit für administrativer Aufgaben aufzuwenden.

In der Patientenbehandlung bin ich in meiner medizinischen Entscheidungsfreiheit und -ausübung ebenso frei wie ich zuvor war. Teamarbeit und der direkte kollegial fachliche Austausch erweitern meinen Handlungsspielraum. Natürlich geht es auch um Wirtschaftlichkeit, doch nicht auf Kosten der verantwortlichen Behandlung am Patienten.

Für uns angestellte Ärzte gilt: Wir haben dieselbe Ausbildung, dieselben Standards und dieselbe Patientenverantwortung wie ein niedergelassener Arzt in der Einzelpraxis auch und möchten nicht aufgrund der Anstellung Restriktionen erfahren und als Arzt zweiter Klasse gelten. Daher ist es mir ein persönliches Anliegen, mich politisch weiterhin für die Belange des angestellten Arztes in der ambulant-kooperativen Versorgung sowohl in der Selbstverwaltung als auch als Vorstandsvorsitzender des Bundesverband MVZ (BMVZ) zu engagieren.

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