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Orientierungswert

Medizinische Versorgung: Eine neue Dynamik für Deutschland?!

Medizinische Versorgung: Eine neue Dynamik für Deutschland?!

  • Orientierungswerte
  • 13.03.2018

Kreativ waren sie, die GroKo-Verhandler – jedenfalls was den Titel des gemeinsamen Koalitionsvertrages betrifft. Eigentlich hat man sich sogar drei Titel geleistet, und damit immerhin zwölf Wörter mehr als im Pendant vom Dezember 2013 (Deutschlands Zukunft stärken). Eine neue Dynamik für Deutschland verspricht dabei der mittlere Teil, eingeklemmt zwischen dem Aufbruch für Europa und dem neuen Zusammenhalt im Land.

Dabei ist, zumindest auf die medizinische Versorgungslandschaft bezogen, die Dynamik längst da. Krankenhäuser werden zu integrierten Gesundheitsstandorten. Notdienstpraxen neben der Rettungsstelle praktizieren sektorübergreifende Zusammenarbeit. Kooperative Praxisstrukturen sind in der ambulanten Versorgung inzwischen häufiger als Einzelpraxen. Und die Statistik angestellter Ärzte beeindruckt jedes Jahr mit neuen Zuwachsraten. Ein tiefgreifender Wandel von Strukturen und Prozessen ist entsprechend unaufhaltbar.

Für die Politik muss es also in den kommenden Jahren vielmehr darum gehen, diese vielfältigen Veränderungen moderierend zu begleiten und – wo nötig – steuernd einzugreifen. Gerade an dieser Stelle sind die Aussagen des Koalitionsvertrages jedoch ausgesprochen dürftig und schreiben vor allem alt bekannte Reformansätze fort. Wenn Dynamik das Gegenteil von Stillstand ist, dann widersprechen diese Ankündigen der titelgebenden Behauptung entschieden. 

Dynamisch wäre es, modernen ärztlichen Kooperationen – gleich ob sektorverbindend oder "nur" fachübergreifend – einen Normenrahmen zu geben, der Verlässlichkeit und Flexibilität gleichermaßen zulässt. Dynamisch wäre es, angestellten Ärzten zu mehr Gleichberechtigung und Anerkennung gegenüber ihren selbständigen Kollegen zu verhelfen. Und dynamisch wäre es auch, die bunte Trägerlandschaft, die sich an den ambulanten Sektorengrenzen über die MVZ-Option entwickelt hat, positiv zu nutzen, statt immer neue rechtliche Einschränkungen zu definieren. 

"Wir wollen eine stabile und handlungsfähige Regierung bilden, die das Richtige tut", heißt es am Ende der Präambel. Bleibt nur zu sagen: Na dann mal los!

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