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Angebot mit Qualität und Kompetenz

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  • News des Tages
  • 03.05.2018

Bernadette Rümmelin

Die im Koalitionsvertrag vorgelegten Sofortmaßnahmen, die gegen die dünne Personaldecke in der Pflege wirken sollen, werden bei Weitem nicht ausreichen. Aktuelle Zahlen der Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit belegen, dass in der Pflege 36.000 Stellen unbesetzt sind. Davon entfallen 11.000 offene Fachkräftestellen auf die Krankenpflege und 1.500 auf unbesetzte Helfer-Jobs.

Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) setzt sich ein für die Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung, um die Ausbildung auf ein umfassendes Qualifikationsprofil zu heben und die Attraktivität dieses Berufsbilds auch in der gesellschaftlichen Wahrnehmung wieder zu stärken. Um vielen und geeigneten Bewerbern einen Zugang in den Pflegeberuf zu ermöglichen, ist es notwendig, eine zweijährige bundeseinheitliche Pflegeassistenzausbildung einzuführen, die im Zusammenhang mit der Umsetzung des Pflegeberufereformgesetzes rechtlich verankert werden sollte. Damit wird ein Ausbildungsangebot mit Berufsqualifikation und Handlungskompetenz geschaffen, das sich an Bewerber richtet, die an einem niedrigschwelligen Berufseinstieg interessiert sind und damit auch für einen Weg in die Pflegetätigkeit gewonnen werden könnten.

Bisher gibt es länderspezifische Regelungen, nach denen der Abschluss der Helfer/-innen-Ausbildung in den meisten Fällen den Status einer (angelernten) Hilfskraft erreicht. Demgegenüber sichert eine bundeseinheitliche Pflegeassistenzausbildung den bildungssystematischen Anschluss an die Fachkraftausbildung. Die Assistenzausbildung eröffnet individuelle Karrierewege und gewährleistet eine angemessene Entlohnung nach Abschluss der Ausbildung.

Dies muss eingebunden sein in ein Gesamtbildungskonzept von der Pflegeassistenz über die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft bis hin zu akademischen Pflegeabschlüssen. Das Bildungskonzept muss zwischen den Stufen durchgängig gestaltet sein. Damit kann eine breite Basis von Bewerbern für den Pflegeberuf angesprochen werden – vom Hauptschulabsolvent bis zum Abiturient.

In der Pflegepraxis erfordert dies dann eine Aufgabenzuordnung entsprechend der jeweiligen Qualifikation. So organisieren Pflegeakademiker künftig zum Beispiel den Pflegeprozess, machen Pflegeberatung und -planung und sind verantwortlich für das Case Management. In diesem Rahmen sollte auch die Substitution ärztlicher Prozesse durch die Pflege (§63 a SGB V) konsequenter angewendet und ausgeweitet werden. Bestimmte definierte heilkundliche Tätigkeiten, wie Wundversorgung oder Diabetesberatung, könnten schon heute durch Fachpflegekräfte mit entsprechend erweiterten Kompetenzen ausgeübt werden.

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