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Orientierungswert

Über die Wirtschaftlichkeit von Krankenhaus-MVZ

Über die Wirtschaftlichkeit von Krankenhaus-MVZ

  • News des Tages
  • 17.05.2018

Susanne Müller

Es ist ein bekannter Vorwurf, dass Krankenhaus-MVZ teilweise ohne Gewinn arbeiten bzw. sogar Verlust erwirtschaften. Und – ohne Frage – dies entbehrt statistisch gesehen nicht einer gewissen Wahrheit. Gern wird dieser Umstand von der verfassten Ärzteschaft instrumentalisiert, um gegen das zunehmende Eindringen der Krankenhäuser in die ambulante Versorgung zu wettern, denn man sähe ja: "Die können das einfach nicht."

Die Frage ist jedoch, worin genau eigentlich das Problem liegt: Ja, Krankenhäuser kalkulieren ihre Bilanz als Ganzes. Das heißt ein für sich genommen nicht selbst tragender Betriebsteil kann in der Gesamtbetrachtung durchaus zum positiven Gesamtergebnis beitragen. Und dies ganz ohne regelwidrige oder amoralische Einweiserbindung oder Patientensteuerung. Es ist schlichtweg Teil der stationären Leistungserbringungskultur, Patienten im Ärzteteam zu behandeln und unkompliziert mit allen Fachrichtungen und Fachberufen zusammenzuarbeiten. 

In dieser Selbstverständlichkeit der Kooperation liegt ein Mehrwert für Ärzte und Patienten, der in der selektiven Wirtschaftsbetrachtung einzelner Betriebsteile auch mal negative Ergebnisse erzeugt. In der Gesamtkonzeption eines Krankenhauses kann das aufgrund der Größe des Betriebes toleriert werden. Diese Möglichkeit haben niedergelassene Ärzte mit ihren klein- bis mittelständischen Unternehmen schlichtweg nicht.  

Deshalb muss die Frage erlaubt sein, ob der mit der mangelhaften Wirtschaftlichkeit begründete Vorwurf, dass Krankenhaus-MVZ nicht mehr als unlautere Einweiserbuden seien, nicht einfach auch das Gefühl der niedergelassenen Ärzte wiedergibt, hier im direkten Vergleich in ihren Möglichkeiten benachteiligt zu sein. 

Wenn das so ist, darf dieses berechtigte Gefühl aber nicht dazu genutzt werden, die medizinische Arbeit und Versorgungsleistung der Krankenhaus-MVZ pauschal schlecht zu reden. Vielmehr muss herausgestellt werden, worum es im Kern und gemeinsam für alle Ärzte geht: Die Honorare und Fallpauschalen für die ambulante Leistungserbringung sind einfach in vielen Fällen viel zu knapp bemessen, um ohne weiteres für jeden auskömmlich zu sein. Das gilt für angestellte Ärzte eines Krankenhaus-MVZ ebenso wie für den selbständigen Vertragsarzt. Aus diesem Grund ist die Kassenärztliche Bundesvereinigung in jeder Hinsicht zu unterstützen, wenn sie aktuell mit neuem Verve die längst überfällige Anpassung der ambulanten Honorare anmahnt.

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