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Orientierungswert von Andreas Beivers

Klartext statt Management by Ping-Pong

Klartext statt Management by Ping-Pong

  • News des Tages
  • 08.08.2018

Andreas Beivers

Es gab und gibt viel zu tun: Wie Hermann Gröhe hält auch Jens Spahn die Akteure im Gesundheitswesen - und damit auch die Selbstverwaltung - auf Trab: Viel hat die Politik in der vergangenen und auch in der aktuellen Legislatur angeschoben, wichtige Weichen gestellt. Fraglich ist nur, wann viele – längst überfällige – klare und wegweisende Definitionen für die anvisierten Vorhaben nun endlich folgen. Zu nennen ist hier ganz oben die noch immer ausstehende bundeseinheitliche Definition der krankenhausplanerisch relevanten Zentren nach § 2, Absatz 2 KHEntGG. Den Schiedsstellenspruch vom 8. Dezember 2016 haben im September 2017 gesetzliche und private Krankenversicherung gekündigt.

Aber auch in vielen anderen Bereich bleiben klare Definitionen und Vorgaben offen. Auch bei dem Oberthema „Qualitätsmessung als Grundlage der Planung“ ist man noch lange nicht da, wo man sein wollte. Ein ähnliches Bild offenbart sich bei der derzeitigen Diskussion um das Zusammenwachsen der Sektoren, sprich der Suche nach sektorenübergreifenden, hybriden Vergütungsmodellen. Auch hier kommen wir so lange nicht voran, solange der Gesetzgeber nicht klare Definitionen vorgibt. Wenn nicht klar definiert ist, was genau ambulant und was genau stationär ist, vergleichen wir Äpfel mit Birnen und stochern bei der Suche nach neuen Vergütungsmodellen im Nebel. So kommen wir – wie schon die vergangenen 30 Jahre – nicht weiter. Dass Absichtserklärungen alleine nicht reichen, hat die Historie gezeigt. Ganz ähnlich verhält es sich bei der Definition des ambulanten und stationären Notfalls und dessen Triagierung. Themen wie Personalstellenuntergrenzen, Mindestmengen etc. reihen sich nahtlos in diese Liste ein. 

Vieles was entschieden werden müsste, scheint eher als ein Ping-Pong-Spiel ausgetragen zu werden, wobei der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) immer häufiger den Schläger in der Hand hat, den Ball dann aber wieder gekonnt zurückspielt. Wenn er dann vom Gegenüber nicht aufgefangen wird, landet er im Aus und die nächste Runde beginnt. Vielleicht aber fehlt an der ein oder anderen Stelle einfach der politische Mut, eine Definition vorzunehmen und umzusetzen, auch wenn sie noch nicht bis ins letzte Detail ausgefeilt und evaluiert ist. Im Rahmen der DRG sind wir damals ähnlich – als sogenanntes lernendes System – gestartet und haben Stück für Stück nachjustiert. Am Ende war es ein Erfolgsmodell. Vielleicht sollte man mehr in diese Richtung gehen, pragmatische und mutige Entscheidungen treffen und offen sein, stetig zu lernen – und mit dem Ping-Pong-Spielen aufhören, denn für Spielchen geht uns langsam die Zeit und vielen auch die Lust aus. 

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