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Orientierungswert von Heinz Lohmann

Viel hilft nicht viel

Viel hilft nicht viel

  • Orientierungswerte
  • 19.09.2018

Heinz Lohmann

Die Staats- und Sozialkassen sind wohlgefüllt. Das löst Phantasien aus, die derzeit mancherorts in „Saus und Braus“ enden. Geld scheint keine Rolle mehr zu spielen, wenn es um die Gesundheit geht. Auf Ärztetagen sind sich die Delegierten schnell einig, „die Ökonomie“ muss weg! Diese Botschaft ist inzwischen gesellschaftsfähig, und auch viele Politiker scheuen nicht mehr davor zurück, „endlich“ einen „Paradigmenwechsel“ einzufordern. Der Ansatz, das Selbstkostendeckungsprinzip der 1970er-/1980er-Jahre für die Pflege zu recyceln, ist Ausdruck dieser Denkweise. Die Finanzierung muss nicht mehr das Ergebnis der Betreuung widerspiegeln, sondern der Einsatz von Personal soll völlig unabhängig davon alimentiert werden. Nicht der Patient und dessen Bedürfnisse sind wichtig, sondern der Mitarbeiter und seine Interessen.

Wir sind in der falschen Richtung unterwegs. Viel hilft nämlich nicht viel! Verschwendung von Ressourcen ist vielmehr in einem solidarisch finanzierten Gesundheits- und Sozialsystem unethisch und untergräbt mittelfristig die Akzeptanz. Das ist gefährlich und deshalb gilt es, falschen Argumenten mit Nachdruck entgegenzutreten. Tradierte, oftmals standespolitisch motivierte Regulierungen müssen auf den Prüfstand, um sicherzustellen, dass sie innovative Entwicklungen nicht verzögern. Unternehmerisch geprägte Manager sind gefragt. Leider gibt es davon in der Gesundheitswirtschaft immer noch viel zu wenige.

Die Soziale Marktwirtschaft hat sich als Ordnungsrahmen für einzelwirtschaftlich agierende Unternehmer und Manager gesellschaftlich bewährt und eignet sich hervorragend als Grundlage für eine Soziale Gesundheitswirtschaft. Wie in anderen Wirtschaftsbereichen auch, soll sich der Staat in der Gesundheitswirtschaft verantwortlich bei der Festlegung einer einheitlichen Marktordnung engagieren, während die Gesundheitsbetriebe innerhalb dieser wirtschaftlichen Rahmenbedingungen um die beste Lösung für die Patienten ringen müssen. Wettbewerb ist dazu nicht „vom Teufel“, sondern ein hervorragendes Instrument. 

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