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Das Regio Klinikum Wedel steigerte mit dem Ausbau der Rheumatologie die Fallzahl und sein Image

Spezialisierung sichert die Existenz

Spezialisierung sichert die Existenz

  • Strategie
  • Strategie und Organisation
  • 01.01.2008

Das Regio Klinikum Wedel steigerte durch die Etablierung der Subspezialität Rheumatologie in der Klinik für Innere Medizin von Februar bis Mai 2007 die Fallzahl um 150 Fälle und somit um rund zehn Prozent. Der Ruf, den es fortan überregional genießt, stärkt auch die anderen Kliniken innerhalb des Hauses und damit das Gesamtunternehmen. Kleine Klinikstandorte der Basisversorgung benötigen also Expertise dank komplementärer Kompetenzbildung.

Insbesondere kleinere Kliniken, die aufgrund ihres Versorgungsauftrages eine breite und teure Basisversorgung bieten müssen, leiden unter der volatilen Bewertung der Case-Mix-Punkte. Aber nicht nur dieser Katalogeffekt kann den Umsatz mindern, sondern auch die „Ambulantisierung" bisher stationär erbrachter Leistungen sowie die Mindestmengenregelungen. Um eine Fachdisziplin an einem solchen Haus für die Zukunft zu sichern, muss die obligatorische Basisversorgung mit einer komplementären Subspezialität verbunden werden, die zudem eine antizyklische Belegung der Betten erlaubt.

Dem Regio Klinikum Wedel ist das gelungen. Es wertete seine Klinik für Innere Medizin durch die Etablierung einer rheumatologischen Subspezialität auf. Bis zum Auf- und Ausbau der Subspezialität im vierten Quartal 2006, die allerdings am 1. Februar 2007 in den Echtbetrieb überging, litt die Klinik für Innere Medizin im Regio Klinikum Wedel unter den geschilderten Rahmenbedingungen. Die Klinikleitung stand vor der Frage, ob bestimmte Leistungen im Klinikum gar nicht mehr angeboten werden sollten oder ob das Haus nur noch zeitlich befristet die Notfallversorgung gewährleisten sollte. Unter den Einschränkungen aber hätten das Image und die Akzeptanz des Hauses gelitten. Die Fallzahl wäre weiter gesunken, Entwicklungschancen hätten gefehlt, und die medizinische Leistung wäre rationiert worden.

Die Marktanalyse zeigt die Versorgungslücken

Eine kurzfristig geplante, prägnante Marktanalyse offenbarte nicht nur in der engeren Versorgungsregion den ungedeckten Bedarf an rheumatologischen Leistungen in der Fachdisziplin der Inneren Medizin. In dieser internistischen Subspezialität klaffte eine Versorgungslücke. Zugleich eröffnete die Komplementarität zu dem vorhandenen Leistungsspektrum des Hauses eine Chance auf dem überregionalen Markt. Um den formalen Qualitätsanforderungen gerecht zu werden, berief die Klinik einen Internisten mit dem Schwerpunkt Rheumatologie. Das wertete die Klinik auf, die bisher nur der Grund- und Regelversorgung diente. Die in Abbildung 1 dargestellte Grafik zeigt einen ersten denkbaren Weg, der zu einer geeigneten Subspezialität führen kann.

Chancen zur vertikalen und horizontalen Kooperation

Die Innere Medizin ist eine breit angelegte Fachdisziplin, sodass rheumatologische Fälle keine Seltenheit sind. Das eröffnet Möglichkeiten, basisdiagnostische mit speziellen funktionsdiagnostischen Elementen sinnvoll horizontal zu verknüpfen. Patienten müssen dank der Beschaffung neuer Funktionsgeräte nicht mehr zu Untersuchungen klinikübergreifend verlegt werden. Doch in Wedel lassen die weiteren Fachdisziplinen am Haus auch vertikale Kooperationen zu. Sowohl das Orthopädie- und Wirbelsäulenzentrum als auch die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie bieten komplementäre Leistungen, wie sie auch in der Rheumaorthopädie gefragt sind. Das erlaubt entsprechende Konsile und einen Wissenstransfer im Haus.

Elektive Angebote können belegungsschwache Zeiten ausgleichen

Die Erweiterung des Angebots um die rheumatologische Subspezialität steigerte nicht nur das Image des Hauses und damit die Fallzahl, sondern eine Ex-ante-Betrachtung zeigte auch die Verbesserung des Case- Mix-Indexes. Eine Case-Mix- sowie Fallzahl-Perfomance wird durch Abbildung 2 belegt. Schließlich erlaubte es der Ausbau der Subspezialität mit einem elektiven Anteil am Behandlungsangebot, die belegungsschwachen, aber fixkostengleichen Zeiten in den Sommermonaten mit elektiven Eingriffen auszugleichen.

Defensives Marketing verbreitet den guten Ruf Der Aufbau einer Klinik mit Subspezialität erfordert eine Kommunikationsstrategie, denn die potenziellen Kunden müssen von dem neuen Angebot erfahren. Doch die Klinik darf nicht zu viel versprechen, um das Vertrauen nicht zu enttäuschen. Das Regio Klinikum Wedel entschied sich für ein defensives Marketing gegenüber niedergelassenen Ärzten und den Bürgern (Abb. 3).

Anschrift der Verfasser:

Dr. Keihan Ahmadi-Simab, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Rheumatologie und klinische Immunologie, keihan.ahmadi@regiokliniken.de

Lars Timm, Kaufmännischer Direktor, lars.timm@regiokliniken.de

Regio Kliniken gGmbH, Regio Klinikum Wedel, Holmer Straße 155, 22880 Wedel

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