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Corporate E-Learning bei Vitos

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  • 01.02.2017

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Ausgabe 1/2017

Seite 44

Flexibel, effizient, zeitgemäß: Gerade Krankenhäuser kommen an digitalen Lernangeboten nicht mehr vorbei. Fünf Vorteile des E-Learnings, erzählt am Beispiel des Gesundheitskonzerns Vitos, der gerade dabei ist, die noch junge Methode der Weiterbildung konzernweit einzuführen und dabei manche Hürde überspringen muss.

Digitalisierung führt in ein neues Maschinenzeitalter – und das mit universellen Auswirkungen. Die Arbeitswelt verändert sich, Berufe gehen unter, andere entstehen neu. Das gilt auch für den Gesundheitssektor: Zum einen bringt hier der demografische Wandel mit sich, dass der Bedarf an Pflegepersonal und die Nachfrage nach neuen Technologien, die das Leben im Alter erleichtern, steigen. Zum anderen steigen die Anforderungen an das Personal, und es ist eine große Herausforderung, vorhandenes Personal und neue Mitarbeiter kontinuierlich auf dem aktuellsten Wissensstand zu halten. Auch im digitalen Zeitalter geht es um Bildung für mehr Kompetenz und Orientierung. Kompetenz zum Verständnis und Beherrschen von Technologien, aber auch zur Orientierung in einer komplexeren Arbeitswelt.

Rund zwei Drittel der Unternehmen setzen laut aktuellen Untersuchungen für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter digitale Lernprozesse oder Online-gestützte Angebote ein. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 504 Unternehmen ab zehn Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Auch im Krankenhaus wird die Zukunft nach Expertenansicht den digitalen Lernangeboten gehören, trotz oder gerade wegen der besonderen Beschaffenheit der Krankenhauslandschaft im Vergleich zu anderen Unternehmen. Ein Beispiel: Vitos schult seine Mitarbeiter seit Oktober vergangenen Jahres in zunächst drei Tochtergesellschaften in Hadamar, Haina und Riedstadt per E-Learning in vier Pflichtfortbildungen: Datenschutz, Arbeitssicherheit, Hygiene und Brandschutz. Noch in diesem Jahr soll E-Learning in allen zwölf Tochtergesellschaften des Konzerns eingeführt sein. Die folgenden Punkte sind dabei ausschlaggebend für die Entscheidung, bei der Fort- und Weiterbildung auf digitale Lernangebote in Kombination zu den althergebrachten Präsenzschulungen zu setzen.

1. Reichweite

E-Learning ermöglicht die effiziente Fort- und Weiterbildung selbst großer Nutzergruppen an unterschiedlichen Orten. „Bei unseren klassischen Mitarbeiterschulungen hatten wir oft geringe Teilnehmerquoten; mit digitalen Lernmodulen erreichen wir dagegen einen viel größeren Personenkreis, insbesondere in den Ambulanzen und Tageskliniken außerhalb der Kernstandorte – und es macht einen Unterschied, ob ich für 4.000 Mitarbeiter der Pflege Präsenzschulungen organisieren muss oder jeder seine Module absolviert“, sagt Jochen Schütz, Leiter des Geschäftsbereichs Personal, Organisation und Recht bei der Vitos GmbH. Gerade durchlaufen die Pflegekräfte der drei Tochtergesellschaften die Online-Schulungen; insgesamt sind das 1.426 Mitarbeiter. Inhalte, die über ein Learning Management System bereitgestellt werden, lassen sich schnell auf den neuesten Stand bringen und online auch räumlich weit verteilten Lernenden verfügbar machen.

2. Flexibilität

Nutzer können nicht nur jederzeit und überall auf aktuelle Inhalte zugreifen, sondern ihren Lehrplan auch eigenständig organisieren. Das passt einerseits perfekt zum hektischen Krankenhausalltag, andererseits sorgt es gerade dort auch für Hürden, die für einen reibungslosen Ablauf zunächst beseitigt werden müssen. Beispiel Vitos: „Ein Problem im Krankenhaus ist die völlig unterschiedliche technische Ausstattung der Berufsgruppen“, sagt Schütz. „In der Verwaltung arbeitet jeder selbstverständlich am PC. Für Pflegekräfte steht auf einer Station meist genau ein Computer zur Verfügung, der jedoch während der Schicht für die notwendigen Dokumentationen im Krankenhausinformationssystem genutzt wird.“ Daher habe man als alternativen Zugangsweg bereits die ersten I-Pads angeschafft. Geplant sei, deren Zahl aufzustocken, sodass letztlich jeder Station oder Wohngruppe ein mobiles Endgerät für das E-Learning zur Verfügung steht. Freigestellt sei den Mitarbeitern außerdem, ihre Module zu Hause zu absolvieren. „Dafür haben wir uns mit dem Konzernbetriebsrat auf eine Regelung verständigt, die den Mitarbeitern ermöglicht, für die Weiterbildung zu Hause eine Arbeitszeitgutschrift zu bekommen.“ Die E-Learning-Plattform ist nicht in das Vitos-IT-Netz integriert. Das ermöglicht den Zugriff der Mitarbeiter über ihre privaten PCs oder mobilen Endgeräte. Damit kann ein aus Sicht der IT-Sicherheit problematischer Zugriff auf das Unternehmensnetz „von außen“ vermieden werden. Dafür wiederum muss auch die E-Learning-Software kompatibel mit verschiedenen Endgeräten sein, IT-Sicherheitsrichtlinien müssen eingehalten werden, Schnittstellen reibungslos funktionieren. Externe IT-Anbieter unterstützen Vitos in diesem Bereich.

3. Wandel

Nicht zuletzt verändern sich die Arbeitsinhalte im Gesundheitssektor geradezu rasant. Stetig gibt es neue Behandlungsmethoden, die durch den Einsatz moderner medizinisch-technischer Geräte getrieben werden. Auf der elektronischen Gesundheitsakte sollen wichtige Daten, zum Beispiel Behandlungs- und Medikationsdaten, gespeichert werden, um Behandlungsfehler zu vermeiden. Da gespeicherte Daten zum Gesundheitszustand äußerst sensibel sind, muss sichergestellt werden, dass das mit ihnen arbeitende Personal Datenschutz- und Compliance-Richtlinien kennt und danach handelt. Generell spielen Datenschutz und Compliance ebenso wie die Einhaltung von Hygienevorschriften eine besonders große Rolle im Gesundheitsbereich. E-Learning bietet hier besonders einfache Möglichkeiten zur Zertifizierung und zum Monitoring. Mit einem Learning Management System lassen sich Trainings sofort bereitstellen und zeitkritische Erst- und Re-Zertifizierungen effizient managen. „Einen großen Einsatzbereich des E-Learnings sehen wir im Veränderungsmanagement“, sagt Schütz. „Wir planen künftig auch IT-Schulungen für neue Mitarbeiter über diese Schiene. Veränderungen im Krankenhausinformationssystem (KIS) lassen sich via E-Learning wesentlich einfacher vermitteln, Änderungen bei der Kodierung in der medizinischen Dokumentation ebenso. In diesem Jahr starten wir zusätzlich mit einer Compliance-Schulung für alle. Neue Module be­kommen Mitarbeiter einfach auf ihren persönlichen E-Learning-Schreibtisch gelegt.“

4. Kosten

Gesundheitseinrichtungen stehen unter einem hohen Kostendruck. Dem versucht die Branche mit dem Einsatz intelligenter Informations- und Kommunikationstechnologien zu begegnen. Laut Bitkom lassen sich durch die flächendeckende Einführung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien wie der elektronischen Gesundheitskarte, elektronischer Patientenakten, von elektronischem Rezept sowie von Telemonitoring-Systemen im deutschen Gesundheitswesen nicht nur die Kommunikation und der Informationsaustausch, sondern auch die Effizienz der Zusammenarbeit verbessern. Dank E-Learning sind hierfür besonders effiziente Lösungen der Schulung denkbar. „Für Vitos ist aber nicht Kosteneffizienz der alleinige Treiber, sondern die Erhöhung der Teilnehmerquoten, die flexibleren Nutzungsmöglichkeiten und die geringere Beeinträchtigung der komplexen Betriebsabläufe in den Kliniken. E-Learning erhöht die Attraktivität der Unterrichtsgestaltung an den sieben Schulen für Gesundheitsberufe“, so Schütz.

5. Kommunikation

Die Steuerung eines Unternehmens im Gesundheits- und Sozialwesen mit zwölf Tochtergesellschaften, verteilt über ganz Hessen, geht mit einem hohen Bedarf an Austausch zwischen den Häusern einher. Ein konzernweiter Einsatz von E-Learning vereinfacht die Weitergabe und Vermittlung von Informationen über neue Richtlinien und Standards. Schulungen zu neuer Software oder deren Updates lassen sich damit leichter flächendeckend vermitteln. „Außerdem werden Fort- und Weiterbildungen künftig papierlos und gleichzeitig rechtssicher direkt auf der E-Learning-Plattform dokumentiert. Und die Mitarbeiter werden automatisch zu Auffrischungsfortbildungen aufgerufen“, so Schütz.

Die Vitos GmbH ist die strategische Management­holding von zwölf gemeinnützigen Unternehmen. Alleingesellschafter ist der Landeswohlfahrtsverband Hessen. Diagnostik und Behandlung von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen, psychosomatischen und forensisch-psychiatrischen Kliniken ist die Kernaufgabe. 9.700 Mitarbeiter erwirtschaften an 60 Standorten einen jährlichen Gesamtertrag von 610 Mio. Euro, behandeln 43.000 Patienten stationär/teilstationär und 171.000 ambulant. Mit 3.500 Betten/ Plätzen ist der Konzern Hessens größter Anbieter für die ambulante, teil- und vollstationäre Behandlung psychisch kranker Menschen. In den Einrichtungen für Menschen mit geistiger beziehungsweise seelischer Behinderung und der Jugendhilfe stehen 2.300 Plätze bereit. Die Fachkliniken für Neurologie und Orthopädie haben 300 Betten.

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