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Editorial

Führen von Idealisten

Führen von Idealisten

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  • Editorial
  • 19.12.2018

Stephan Balling

Erinnern Sie sich an Herrn Mühlmann? Wahrscheinlich nur, wenn Sie vor – sagen wir – 1990 geboren wurden. Für die Jüngeren: Herr Mühlmann war CFO der Schwarzwaldklinik, Verwaltungsdirektor hieß das damals, Typ: langweiliger, spießiger Beamter, den wegen seiner kleingeistigen Sparneurose regelmäßig Professor Brinkmann, CMO des Krankenhauses, stets müde belächelte und in die Schranken wies. Gute alte Zeiten, denkt sich jetzt wohl der ein oder andere nostalgieaffine Klinikarzt, der diese Zeilen liest. Betriebswirte spielten in den Kliniken nur die zweite Geige, Mediziner gaben den Ton an.

Allein: Diese Idylle und Geborgenheit gibt es heute in keinem Gesundheitssystem der Welt mehr. Und das ist gut so. Fakt ist: Die Krankenhäuser und die medizinische Versorgung insgesamt sind dank Marktwirtschaft, Globalisierung und Wirtschaftswachstum in den vergangenen 30 Jahren immer besser geworden. Die Lebenserwartung der Menschen steigt; früher unheilbare, tödliche Krankheiten können heute geheilt oder zumindest so behandelt werden, dass die Betroffenen weiterleben können. Das ist ein Erfolg von medizinischer Forschung, engagierten Ärzten und betriebswirtschaftlicher Steuerung der Krankenhäuser.

So weit, so gut. Im Alltag freilich schimpfen viele Ärzte auf die „Ökonomisierung“ der Krankenhäuser. Mit dem Ende der Fallpauschalen könnten die „BWLer aus den Kliniken herausgejagt“ werden, war kürzlich in einem Twitter-Kommentar zu lesen. Manager, die solche Mitarbeiter führen müssen, haben es nicht einfach. Für den Umgang mit Idealisten, die Medizin für Patienten machen und sämtliche wirtschaftlichen Fragen ausblenden wollen, sind besondere Kompetenzen nötig. Aber auch Einsichten. Denn richtig ist ja, dass der Zweck eines Krankenhauses nicht darin besteht, möglichst hohe Gewinne zu erzielen, sondern Menschen zu helfen. Das muss selbstverständlich kein Widerspruch sein. Aber dieser Zweiklang stellt Klinikmanager vor eine besondere Herausforderung: wirtschaftlich zu sein und zugleich einen übergeordneten Auftrag zu erfüllen. Klinik-CFOs müssen den intrinsischen, eben nicht (nur) monetär getriggerten Antrieb ihrer Mitarbeiter – Ärzte wie Pflegekräfte – nicht nur akzeptieren, sondern übernehmen. Wer Idealisten führen will, braucht selbst ein Ideal.

Dass sich beides vereinen lässt, beschreibt meine Kollegin Lena Reseck in ihrem sehr lesenswerten Porträt über die Geschäftsführerin des Klinikums Ingolstadt, Monika Röther (S. 72). Zum DRG-System sagt Frau Röther in dem Text: „Das war ein absoluter Katalysator für Veränderungen im stationären Sektor. Hier konnte man zeigen, dass Krankenhäuser wirtschaftlich geführt werden können, ohne dass die Qualität leidet.“ Frau Röther drehte das oberbayerische Krankenhaus im vergangenen Jahr in die schwarzen Zahlen. Das Porträt ist Auftakt einer Serie über starke Frauen im Gesundheitswesen.

Um erfolgreich zu arbeiten, benötigen Kliniken eine solide Datenbasis und ein durchdachtes Controlling. Was das konkret heißt, konnten die Teilnehmer des ersten Best-Practice-Seminars Controlling erfahren, das der Bibliomed-Verlag gemeinsam mit dem Deutschen Verein für Krankenhaus-Controlling (DVKC) Ende November ausgerichtet hat. Wir waren von den Vorträgen unserer Top-Referenten so begeistert, dass wir sie in unserer Titelstrecke zusammenfassen. Das nächste Controller-Seminar findet übrigens am 14. November 2019 statt, wieder in Dortmund, wieder im Westfalenstadion. Merken Sie sich den Termin vor! Und bereits am 21. und 22. März werden wir auf dem 18. Nationalen DRG-Forum die großen Fragen der Krankenhäuser diskutieren, unter anderem in einer Podiumsdiskussion zum „Pflexit“ aus dem DRG-System und einem Workshop zur Controlling-Frage: „Mit welchen Zahlen steuern wir?“. Melden Sie sich rasch an – wir freuen uns auf Sie!

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