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Ärmere Kinder verbringen mehr Nächte im Krankenhaus

Ärmere Kinder verbringen mehr Nächte im Krankenhaus

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  • Szene
  • 19.12.2018

Die meisten Kinder und Jugendlichen in Deutschland wachsen gesund auf. Gleichwohl sind Kinder und Jugendliche Familien mit einem niedrigen sozioökonomischen Status (SES) häufiger gesundheitlich beeinträchtigt als Gleichaltrige aus sozial besser gestellten Familien. Das zeigen die jüngst vom Robert-Koch-Institut veröffentlichen Ergebnisse der KiGGS-Langzeitstudie zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, an der sich 3.567 Kinder und Jugendliche beteiligten.

Bei Akutkrankheiten, typischen Kinderkrankheiten (Windpocken, Scharlach) sowie im Kindesalter typischen chronischen Erkrankungen treten demnach keine oder nur geringe Unterschiede aufgrund der Bildung und beruflichen Stellung der Eltern sowie des Haushaltseinkommens auf. Anders bei psychischer und psychosozialer Gesundheit: Demnach haben Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen SES ein deutlich erhöhtes Risiko für psychische Auffälligkeiten oder Störungen wie Depressionen, Essstörungen oder Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sowie eine häufigere Beeinträchtigung des subjektiven Wohlbefindens und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Dazu kommen erhebliche soziale Unterschiede im Gesunheitsverhalten: Kinder und Jugendliche aus sozialökonomisch schwächeren Haushalten ernähren sich ungesünder und sind seltener körperlich aktiv.

Mit Blick auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen zeigt die Befragung, dass Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem SES häufiger Allgemeinmediziner und Gynäkologen aufsuchen. Praxen für Psychiatrie und für Psychotherapie werden sogar mehr als zweimal häufiger in Anspruch genommen als von den Angehörigen der hohen Statusgruppe – was laut den Autoren auch vor dem Hintergrund des deutlich erhöhten Risikos für psychische Auffälligkeiten und Störungen zu sehen ist. Kinder und Jugendliche aus Familien mit einem hohen SES wiederum nehmen hingegen häufiger Leistungen von Dermatologen, Zahnärzten bzw. Kieferorthopäden in Anspruch.

23,3 Prozent aller befragten Kinder und Jugendlichen haben in den vergangenen zwölf Monaten eine ambulante Krankenhausbehandlung in Anspruch genommen – hier zeigt sich bezüglich des SES kein wesentlicher Unterschied. Gründe der Inanspruchnahme nennt die Studie nicht. Markanter wird dieser jedoch hinsichtlich der stationären Versorgung: So verbrachten Kinder und Jugendliche aus der niedrigen Statusgruppe mit durchschnittlich rund zehn Nächten mehr als doppelt so viele Nächte im Krankenhaus als Gleichaltrige aus der hohen Statusgruppe mit vier Nächten. Sowohl Kinder aus der niedrigen wie mittleren Statusgruppe hatten dem RKI zufolge ein 1,4 erhöhtes Risiko, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens eine Nacht im Krankenhaus verbracht zu haben.

Dies könnte laut den Autoren als „Hinweis auf einen höheren Schweregrad der ursächlichen Krankheiten oder Unfallverletzungen verstanden werden“. So zeigten Auswertungen der KiGGS-Befragung, dass Kinder aus Familien mit niedrigem SES häufiger operiert werden. Dies könne sowohl auf unterschiedliche medizinische Bedarfe hinweisen als auch darauf, dass soziale Faktoren, ärztliche Einstellungen und die Verfügbarkeit von Versorgungsangeboten für die Inanspruchnahme eine Rolle spielen. 

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