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Kolumne: Leitlinien

Reha bedeutet mehr Therapie

Reha bedeutet mehr Therapie

  • f&w
  • Reha
  • 19.12.2018

f&w

Ausgabe 1/2019

Seite 81

Betrachtet man die unterschiedlichen Leistungsangebote in unserem Gesundheitssystem, fällt deren zunehmende Spezialisierung auf. Auf immer mehr Effizienz wird der Umgang mit unseren Patienten getrimmt. Immer tiefer geht das Expertenwissen des Spezialisten, der sich in immer kürzerer Zeit um den Stoffwechsel, die Nierenleistung, die Hüfte oder die Leistungsfähigkeit des Herzens kümmert. Dabei gerät der Patient mit seinen Symptomen und Schwächen in Vergessenheit – und damit vor allem die Frage, wie er mit seinen Erkrankungen oder alterstypischen Leiden überhaupt zurechtkommt.

Und welche Rolle soll bei alldem die Rehabilitation spielen? Rehabilitation bedeutet – auf eine Kurzformel gebracht – mehr Therapie für den Patienten. Hier steht nicht die Diagnostik durch den Arzt oder die Pflege im Zentrum. Die aktive Therapie mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden, in multidisziplinären Teams mit Psychologen und Oecotrophologen ist das Wichtigste für die Rehabilitanden. Medizinische Rehabilitation stärkt Menschen mit chronischen Erkrankungen für ein Leben mit der Krankheit, sie stattet sie mit den dafür notwendigen Kompetenzen aus und ermöglicht ihnen, dabei eine aktive Rolle einzunehmen. Die Rückkehr ins häusliche Umfeld, in den beruflichen Alltag, ist das Ziel, welches Reha bietet. Dieses fliegt den Patienten nicht zu, sondern ist von ihnen meist hart erarbeitet. Die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben nach schweren Operationen, nach einem Schlaganfall oder Burn-out beginnt sehr oft erst in der Reha-Klinik. Eine Behandlung, ob nach Unfall, elektiver Operation oder Schlaganfall, ist für die allermeisten Patienten erst dann erfolgreich, wenn sie, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein, an den Aktivitäten des täglichen Lebens teilhaben können.

Viele werden sich nun fragen, wo der Erkenntnisgewinn dieser Feststellung liegt. Ich glaube, wir haben die Chancen der Rehabilitation aus dem Blick verloren. Krankenkassen und Rentenversicherung als wichtigste Rehabilitationsträger sparen an der Reha und sparen damit an der Therapie für Patienten. Die Politik bringt mit viel Engagement Gesetzesreformen auf den Weg, die die Situation von Patienten, aber auch Beschäftigten im Gesundheitswesen verbessern sollen. Im Fokus stehen dabei Pflege und Diagnostik. Die Therapie hingegen fehlt. Weder im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz wurde die Rehabilitation berücksichtigt, noch ist sie Gegenstand des Terminservice- und Versorgungsgesetzes. Sicher, Pflege muss gestärkt werden. Dringend suchen wir Tausende von Pflegekräften, die es gar nicht gibt. Klüger aus meiner Sicht wäre es, mit mehr Rehabilitation und damit mit mehr Therapie Menschen aus der Pflege fernzuhalten. Niemand will schließlich abhängig von Pflege sein. Auch ich nicht!

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