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Unsere Haltung

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  • Editorial
  • 25.09.2018

f&w

Ausgabe 10/2018

Seite 869

Stephan Balling

Mehr denn je wird f&w für klare, ordnungspolitische Kante im Gesundheitswesen stehen

„Ein letzter frommer Wunsch“, lautete die Überschrift des Aufmachers im Wirtschaftsressort der letzten Ausgabe der Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“ (RM) im Herbst 2010. Der Autor zitierte in dem Text Hölderlin: „Immerhin hat das den Staat zur Hölle gemacht, daß ihn der Mensch zu seinem Himmel machen wollte.“ Dieser Satz fand seit 1946, also seit der Neugründung der politischen Wochenzeitung in Trägerschaft der Katholischen Kirche, immer wieder den Weg ins Blatt – und so auch in der letzten Ausgabe, als es um das Verhältnis von „Markt und Staat“ ging, um eine Verteidigung der Ordnungspolitik.

Den Staat nicht zum seligmachenden, alle Probleme lösenden Messias zu erklären, aber in ihm zugleich eine unverzichtbare Regelungsinstanz zu sehen, ist der Kern ordnungspolitischen Denkens. Gerade in der Gesundheitspolitik fungiert dieser Ansatz als Kompass, um im Irrgarten der Regelungen und Interessenkämpfe einigermaßen Kurs halten und am Ende soziale Notwendigkeiten mit ökonomischer Vernunft und freiheitlichem Denken in Einklang bringen zu können. „Ordnungspolitiker haben immer beides im Blick, die großen Linien und die Interessen des einzelnen Haushalts. Sie wahren Freiräume für alle und regeln gleichzeitig die individuellen Verantwortlichkeiten“, war 2010 im RM zu lesen.

Individuelle Verantwortung, diesen Anspruch an die Akteure des Gesundheitswesens erhebt seit ihrer Gründung auch f&w. „Führen und wirtschaften im Krankenhaus“ – nicht zuvorderst regeln und zentralisieren in Berlin, dafür steht f&w, dafür erhebt unsere Redaktion ihre publizistische Stimme. Es war deswegen folgerichtig, dass die Verleger 2010 den letzten Leiter des Wirtschaftsressorts des Rheinischen Merkur und Autor des zitierten letzten Aufmachers zum Chefredakteur von f&w machten, nachdem die deutschen katholischen Bischöfe bedauerlicherweise die Stimme des „Merkurs“ für verzichtbar erklärt und das Blatt eingestellt hatten.

Stefan Deges prägte f&w die vergangenen sieben Jahre. In seinem letzten Editorial verlangte er ein „Streitet Euch!“ von den Akteuren in den Krankenhäusern – ein Motto, das er auch stets in der Redaktion verwirklicht sehen wollte. Für mich, den neuen Chefredakteur, war das freilich keine Überraschung, als ich 2013 als Hauptstadtkorrespondent zu f&w stieß, denn bereits als Volontär in der RM-Wirtschaftsredaktion hatte ich in den Jahren 2007 bis 2009 viele fruchtbare und Erkenntnis stiftende Auseinandersetzungen mit Stefan Deges gehabt. So eint ordnungspolitisches Denken den Ehemaligen und den Neuen an der Spitze der f&w-Redaktion.

Ich habe dieses Denken nach meinem Volontariat von 2010 bis 2013 als Finanzmarkt-Redakteur und Währungspolitischer Korrespondent der Börsen-Zeitung zunächst auf das Feld der Geldpolitik übertragen, bevor dann Berlin, die Gesundheitspolitik und f&w riefen. Unverbogen sozialpolitische Heilsversprechen an ihrer faktischen Wirkkraft zu messen, darin sah ich als Bibliomed-Hauptstadtkorrespondent stets meine Aufgabe. Konkret heißt das beispielsweise: ein Bekenntnis zum DRG-System, Skepsis gegenüber Versuchen, den Fachkräftemangel etwa in der Pflege mit mehr Vorgaben aus Berlin und weniger Entscheidungsspielräumen vor Ort anzugehen. Es bedeutet aber auch, sich Fragen des Klinikmanagements zu stellen. Führen heißt, Verantwortung zu übernehmen; deswegen wird sich f&w diesem Thema künftig verstärkt widmen. Beispiele für erfolgreiches Management in den Krankenhäusern zu präsentieren, zugleich ordnungspolitische Kante in der Gesundheitspolitik zu zeigen und eine Plattform für eine Debatte über beides zu bieten, dafür steht f&w, diesen Anspruch erhebt die Redaktion, und das verspreche ich auch weiter Ihnen, werte Leser, als neuer Chefredakteur.

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