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Laumanns Denkmal

Laumanns Denkmal

  • f&w
  • Editorial
  • 14.10.2019

Gut 200 Kilometer trennen das beschauliche Biersdorf in der Eifel und die Ruhr-Metropole Essen. Die undankbare Fahrt zur Rushhour durch das Rheinland nahmen am 12. September gleich mehrere Klinikmanager auf sich. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte höchstpersönlich geladen, um sein heiß erwartetes Gutachten zur Krankenhausstruktur zu präsentieren. Um das fast 1.000 Seiten starke Papier war in den Wochen zuvor ein regelrechter Hype entstanden, hatte doch einer der Beteiligten, Professor Reinhard Busse, wenige Wochen zuvor die umstrittene Bertelsmann-Studie vorgelegt. Nicht wenige fürchteten, dies könne eine Blaupause für ganz NRW sein.

Unkonventionell für eine Presseveranstaltung war nicht nur die Uhrzeit – 19.30 Uhr –, sondern auch das Datum, an dem der Minister sowohl die Medien wie auch die Vorstände und Geschäftsführer der Krankenhäuser seines Bundeslandes in die Essener Messe geladen hatte. Für viele Entscheider gab es aber eine Terminkollision: Sie hatten sich bereits für die traditionsreichen Biersdorfer Krankenhausgespräche angemeldet. Die dortigen Organisatoren setzten alles daran, eine Live-Schalte zu Laumanns Pressekonferenz hinzubekommen, doch der Wunsch stieß beim Ministerium auf taube Ohren. So blieb vielen Teilnehmern keine Wahl, ihren Aufenthalt am Biersdorfer Stausee für ein paar Stunden zu unterbrechen.

Der befürchtete Kahlschlag zwischen Rhein und Ruhr bleibt bekanntlich – fürs Erste – aus. Die wichtigste Änderung: Statt Betten sollen zukünftig Leistungsbereiche und Leistungsgruppen beplant werden. Dies wäre zweifellos ein Wendepunkt in der Krankenhauspolitik des Bundeslandes. Wir erinnern uns: Eine vergleichsweise Kehrtwende unternahm Laumann bereits im Jahr 2007, damals noch im Kabinett Rüttgers. Der hemdsärmelige Politiker krempelte damals die Investitionsförderung um und führte die Baupauschale ein. An seiner Entschlossenheit, sich mit der Reform der Landeskrankenhausplanung nun endgültig ein Denkmal zu setzen, solle daher niemand zweifeln, der Debatte um die Restrukturierung der Krankenhauslandschaft gibt Laumann damit einen kräftigen Impuls.

Ändern wird sich nicht nur die Krankenhauslandschaft, sondern auch die Gesundheitsversorgung. Lange haben sich Krankenhäuser gegen digitale Services gesträubt. Mittlerweile entdecken jedoch immer mehr von ihnen, dass etwa eine Online-Terminvergabe weit mehr als nur ein nettes Gimmick oder Marketingtool ist. Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender von Agaplesion und Preisträger des Vordenker-Awards 2017, unterstreicht in seinem Gastbeitrag , dass derlei patientenorientierte Angebote letztlich nur ein erster Schritt hin zu einem volldigitalisierten

Krankenhaus sind. Als Plattformbetreiber können diese dann nicht nur jede Art von Leistungen integrieren, „von der persönlichen ambulanten Pflege bis hin zum Krankenhaus der Maximalversorgung“, sondern auch in immer größerem Umfang Angebot und Nachfrage steuern.

Apropos Vordenker: Die Initiative Gesundheitswirtschaft, die B. Braun Stiftung und der Bibliomed-Verlag verleihen auch 2020 wieder den Vordenker-Award der Gesundheitswirtschaft. Nominierungen können ab sofort bei der Jury eingereicht werden. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter vordenker.bibliomed.de.

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