339
Passwort vergessen

Integration von Tablets

Mobility im Krankenhaus

Mobility im Krankenhaus

  • f&w
  • IT-Branchen-Report
  • 27.11.2017

f&w Beilage

Ausgabe 11/2017

Seite 20

Das Team von Projekt 5, Mobility im Krankenhaus (von links): Sven Huschke, Cornelia Vosseler, Peter Luber, Robert Dworschak, Lars Forchheim, Klaus-Benedikt Franke, Marco Kein, Ralf Boldt

Die Einführung einer elektronischen Patientenakte setzt mobile Geräte, zum Beispiel für die Visite, voraus. Die Einführung von Mobility nach dem Gießkannenprinzip ist für Kliniken nicht sinnvoll. Deshalb enthält dieses Projekt einen Leitfaden für ein Strategiekonzept, das Krankenhäuser bei der Einführung von Mobility unterstützt.

Klinik-Partner: Kliniken Oldenburg und Nordoberpfalz, Gesundheit Nordhessen Holding AG
Industrie-Partner: Cortado, Vosseler, edia.con gemeinnützige GmbH

In vielen Krankenhäusern nehmen Forderungen nach mobilen Lösungen in den unterschiedlichsten Bereichen (medizinischer Bereich, Pflege, Verwaltung, Technik etc.) zu. Ein Grund ist sicherlich, dass Smartphones und Tablets den privaten Bereich der Menschen durchdringen und somit deren einfacher Einsatz auch im beruflichen Umfeld realistisch erscheint. Außerdem setzt die Einführung einer elektronischen Patientenakte im Krankenhaus mobile Geräte, zum Beispiel für die Visite, voraus. Die Einführung von Mobility nach dem Gießkannenprinzip ist für Krankenhäuser nicht sinnvoll, deshalb soll in diesem Projekt ein Leitfaden für ein Strategiekonzept bei Einführung von Mobility in medizinischen Einrichtungen erstellt werden.

Digitalisierung im Krankenhaus ist eines der Mega-Themen auf dem 17. Nationalen DRG-Forum in Berlin.

Melden Sie sich jetzt für an und sichern Sie sich u.a. Ihre Teilnahme am Workshop der Entscheiderfabrik

Das Klinikum Oldenburg und die Firma Cortado Mobile Solutions GmbH aus Berlin haben die Projektidee bei der ENTSCHEIDERFABRIK 2017 eingereicht. Mitgewirkt haben insgesamt vier Krankenhäuser, ein Industrieunter­nehmen und ein Beratungsunternehmen. In Form einer Checkliste sollen alle notwendigen Inhalte und Themen, die im Konzept enthalten sein müssen, benannt werden. Ein wichtiger Teil des Konzeptes ist die zentrale Verwaltung der Geräte mit einem Mobile Device Management (MDM).

Der Industriepartner Cortado Mobile Solutions GmbH ist Hersteller von Enterprise-Mobility- und Filesharing-Lösungen für Unternehmen, Teams und Freiberufler. Im Mittelpunkt der Cortado-Lösungen steht die mobile Handlungsfähigkeit des Anwenders. Gleichzeitig genießen die Sicherheitsanforderungen von Unternehmen höchste Priorität. Cortado wird von den beteiligten Kliniken zum Teil bereits produktiv eingesetzt.

Für die Einführung von Mobility-Lösungen in medizinischen Einrichtungen sind in einem Strategiekonzept folgende Inhalte zu berücksichtigen:

  • Technische Voraussetzungen
  • Sicherheitsaspekte
  • Rechtliche Grundlagen
  • Organisatorische Anforderungen
  • Funktionale Anforderungen

Alle Inhalte sind detailliert beschrieben und mit möglichen Alternativen in einer Checkliste aufgenommen. Die Ausprägungen selbst sind dann Krankenhaus-spezifisch festzulegen. Jedes der beteiligten Krankenhäuser bearbeitet die Checkliste selbst und erprobt sie in einem Use Case praktisch. Grundvoraussetzung ist, dass Mobility als strategisches Unternehmensziel von der Geschäftsleitung und vom Vorstand unterstützt wird.

Die Checkliste enthält folgende Unterpunkte:

Technische Voraussetzungen

  • Rahmenbedingungen
  • Infrastruktur im Haus
  • Gerätearten und -anzahl
  • Betriebssysteme
  • Limitierungen
  • Geräteverschlüsselung
  • Benutzer-Identifikation
  • Diebstahlschutz
  • Wartungsstrategie
  • Dokumentation
  • Notfall- und Ausfallkonzepte

Sicherheitsaspekte

  • Sicherheitskonzept
  • Audits
  • Rechtliche Grundlagen
  • Mindeststandards des BSI
  • Datenschutz
  • Mitbestimmungspflicht von Betriebsrat/Mitarbeitervertretung
  • Organisatorische Anforderungen
  • Vorgehen und Reihenfolge
  • Benutzerkreis
  • Kosten
  • Lizenzmodell
  • Geräteverteilung und Ersatzgeräte
  • Support und Service
  • Schulungskonzept
  • Organisatorische Notfallkonzepte
  • Versicherung

 

Funktionale Anforderungen

  • Display Auflösung
  • Größe und Gewicht
  • Anwenderbefragung
  • Hygieneanforderungen
  • Ladekonzept
  • Haltbarkeit
  • Handling
  • Kommunikationsschnittstellen


Folgende Use Cases werden innerhalb des Projektes umgesetzt:

  • Mobile Wund-Fotografie mit Worklist in QR-Kodierung und Integration in die Fieberkurve der ePA
  • Teleradiologie-Anforderung über E-Mail
  • Speisenbestellung für Patienten über Bettside-Terminals
  • Hol- und Bringdienst
  • Office-Management über E-Mail-Content

In der Mobility werden unterschiedliche mobile Geräte im Einsatz sein. Je nach Use Case und Aufgabe sind entweder Smartphone, Tablet, iPod oder Notebook auf Visitewagen besser geeignet. Das kann dazu führen, dass bestimmte Anwender mehr als ein Gerät nutzen, zum Beispiel sind iPods ausreichend für bestimmte Anwendungen wie Diktieren oder im Transportdienst.

Der Support-Aufwand für iOS-Geräte aus IT-Sicht ist geringer – wegen der hohen Standardisierung. Anwender kommen besser mit iOS zurecht, dies zeigt sich an ausbleibenden Support-Anfragen. Erprobungs-Tests zeigen hier eine bessere Akzeptanz. Hinzu kommt, dass der Schulungsaufwand geringer ist, da die Handhabung vertraut ist und nur Inhalte zu schulen sind. Wer mit dem KIS arbeitet, kann mit der App auf dem mobilen Gerät in der Regel schnell umgehen.

Wirtschaftlich sind iOS-Geräte teurer, letztlich ist die Investition bei Nicht-iOS-Geräten wegen des vielfältigen Zubehörs wie Stecker, Adapter, Halterungen etc. jedoch höher. Günstiger kann man einkaufen, wenn man die Vorgängergeräte nutzt und die Beschaffung über einen Provider oder über den KIS-Bieter als Gesamtpaket erfolgt (Stichwort: Stückzahlen). Gute Erfahrungen liegen für die User-bezogene Nutzung vor: Die Anwender sehen den Besitz eines mobilen Gerätes als Anerkennung, fühlen sich dafür verantwortlich, kümmern sich um die Aufbewahrung und das Aufladen. Diebstähle im Personalbereich sind nicht erfolgt, jedoch gehen häufig Kabel verloren. Tatsächlich werden Papierausdrucke reduziert, weil Anwender alles online immer dabei haben und auch Notizfunktionen einfach unterstützt werden.

Es gibt einen technischen Wermutstropfen: der Einsatz eines MDM (Mobile Device Managementsystems) für Notebooks ist erst ab Windows 10 im Rollout-Prozess möglich. Windows 10 ist aber für die Anwender schwieriger in der Nutzung, und die Apps aus dieser Basis sind noch nicht ausgereift.

 

Das Projekt-Team

  • Ralf Boldt, Geschäftsbereichsleitung Informationstechnologie, Klinikum Oldenburg AöR, Oldenburg
  • Robert Dworschak, Leitung Zentrale EDV, Kliniken Nordoberpfalz AG
  • Lars Forchheim, Abteilungsleiter IT und Organisation, MSG Management- und Servicegesellschaft für soziale Einrichtungen mbh, Chemnitz
  • Sven Huschke, CEO, Cortado Mobile Solutions GmbH, Berlin
  • Mirko Schäfer, Teamleiter Infrastrukturmanagement, Gesundheit Nordhessen Holding AG, Kassel
  • Cornelia Vosseler, Beratungsfirma Vosseler Consulting-Coaching-­Training, Mönchengladbach

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Empfehlung der Redaktion

Weitblick und Menschennähe: f&w gedenkt Michael Philippi mit Nachrufen des langjährigen Chefredakteurs Stefan Deges sowie des BDPK und öffnet das Archiv für Philippis Artikel aus der ersten f&w-Ausgabe aus dem Jahr 1984

Weitere Artikel dieser Ausgabe


Neueste Klinik-Personalie

B. Braun Melsungen AG

Anna Maria Braun rückt an die Spitze

  • News des Tages

Bei der B. Braun Melsungen AG wird Anna Maria Braun Anfang April kommenden Jahres den Vorstandsvorsitz von Heinz-Walter Große...


Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich