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Reha-Kampagne

Mit starker Stimme für die Reha

Mit starker Stimme für die Reha

  • f&w
  • BDPK
  • 29.10.2019

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Ausgabe 11/2019

Seite 1032

Der Auftakt war vielversprechend und die erste Medienresonanz beachtlich: BDPK-Präsidentin Dr. Katharina Nebel, der Erste Vorsitzende des Arbeitskreises Gesundheit, Georg Freund, und BDPK-Hauptgeschäftsführer Thomas Bublitz informierten am 10. Oktober 2019 nationale Pressevertreter und Fachjournalisten im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz in Berlin über Inhalte, Ablauf und Hintergründe der Kampagne. Diese richtet sich an die Politik und die breite Öffentlichkeit, denen die weitreichende Bedeutung der medizinischen Rehabilitation und die dringend notwendige Anpassung ihrer Rahmenbedingungen deutlich gemacht werden sollen.

Dringender Handlungsbedarf

Warum eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit für die Reha unerlässlich ist, machten die drei Kampagnenvertreter mit einem Blick auf die aktuelle Situation deutlich: Medizinische Reha wirkt zwar erfolgreich drängenden und wachsenden gesellschaftlichen Problemen entgegen, weil sie kranke Menschen zurück ins Erwerbsleben bringt und ältere Menschen vor Pflegebedürftigkeit bewahrt.

Dennoch sind die Rahmenbedingungen für die Reha vom Gesetzgeber in den vergangenen 20 Jahren kaum angepasst worden. Dadurch droht die ernsthafte Gefahr, dass Angebotsstrukturen der medizinischen Rehabilitation perspektivisch vom Markt verschwinden – mit der dramatischen Folge, dass die sozialen Systeme aufgrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels implodieren könnten.

Der im August 2019 vorgelegte Entwurf für ein „Gesetz zur Stärkung der Rehabilitation und intensivpflegerischen Versorgung“ ist zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Initiatoren der Kampagne wollen jedoch die Politik darin bestärken, sich im Gesetzgebungsverfahren nicht von diesem Ansatz zu entfernen und weitere notwendige Änderungen vorzunehmen. Auch wenn der Gesetzentwurf Verbesserungen verspricht, bleibt die Notwendigkeit, über die Chancen und Möglichkeiten von medizinischer Rehabilitation zu informieren und zu sensibilisieren.

Zentrale Forderungen

Um die Rahmenbedingungen für die Reha durchgreifend und nachhaltig zu verbessern, ist ein Bündel an strukturellen und gesetzgeberischen Maßnahmen erforderlich. Die Initiatoren der Kampagne haben den Handlungsbedarf in drei Problemfeldern zusammengefasst und Forderungen dazu formuliert:

Verbesserung der Genehmigung

Krankenkassen und Rentenversicherung entscheiden nur auf Antrag über die Genehmigung einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation. Das führt dazu, dass nicht der Bedarf des Patienten den Ausschlag über die Genehmigung der Leistung gibt, sondern die bürokratische Qualität seiner Beantragung und das jeweilige Budget. Dabei bleiben zu viele Patienten ohne Versorgung auf der Strecke. Es sollen mehr Reha-Anträge genehmigt werden. Willkürentscheidungen der Krankenkassen bei der Bewilligung von Reha-Anträgen müssen verhindert werden.

Freie Klinikwahl

Was in allen anderen Bereichen der Gesundheitsversorgung selbstverständlich ist, die freie Wahl unter den zugelassenen Ärzten oder Krankenhäusern, gilt in der medizinischen Rehabilitation nicht. Viel zu häufig ziehen sich notwendige Genehmigungsverfahren in die Länge und enden damit, dass die Versicherten zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung draufzahlen müssen. Es soll erreicht werden, dass die Patientinnen und Patienten unter den geeigneten und zugelassenen Reha-Einrichtungen frei wählen können ohne Mehrkosten tragen zu müssen.

Höhere Vergütungssätze

Obwohl die Vergütungssätze der Reha-Kliniken seit dem Inkrafttreten der Regelungen für Reha-Schiedsstellen häufig im Rahmen der sogenannten Grundlohnrate angepasst wurden, ergibt sich eine zunehmende Finanzierungslücke bei den Sach-, Personal- und Investitionskosten. Ziel ist eine leistungsgerechte Vergütung für Reha-Leistungen, die sicherstellt, dass Mitarbeiter in Reha-Einrichtungen marktüblich bezahlt werden können.

Vielfältige Medienpräsenz

Herzstück der langfristig angelegten Kampagne ist die ständig aktualisierte Webseite mit der Adresse www.rehamachtsbesser.de. Sie ist die zentrale Informationsbasis mit einer Übersicht der Forderungen, aktuellen Zahlen und Fakten zur Reha und ihrer Wirksamkeit sowie den Bildmotiven und Kernbotschaften der Kampagne. Die Seite gibt Informationen zu den Initiatoren, bringt Blogbeiträge über Betroffene, hat einen Download-Bereich für alle Materialien und ist auf alle Aktionen verlinkt.

Dazu gehören Reportagen aus Reha-Einrichtungen, Porträts und Interviews von und mit Fachkräften und Patienten, die in O-Tönen über ihre Erfahrungen berichten. Auch Prominente kommen zu Wort, wie bereits zum Start Trainer-Urgestein Volker Finke vom SC Freiburg, der in einem Videoclip von seiner Reha nach einer Hüft-OP erzählt. Oder Prof. Dr. Guido Knopp, jahrzehntelang Chefhistoriker des ZDF und wohl der populärste Historiker Deutschlands. Humorvoll schildert er im Video, wie das Team aus Medizin, Therapie und Pflege in der Reha-Einrichtung zusammenwirkt. Knopp: „Eine solche Reha: Die ist Gold wert. Wenn es sie nicht gäbe, dann müsste man sie erfinden.“

Zudem kann jeder Besucher der Seite auch selbst aktiv werden und mit einem Unterstützerformular der Reha seine Stimme geben. So sollen weitere Bekenner zur Initiative gewonnen werden. In einem geschützten Mitgliederbereich sind für die beteiligten Kliniken und Verbände alle relevanten Unterlagen hinterlegt. Dazu gehört Informationsmaterial zur Nutzung in den Kliniken wie Patienten- und Mitarbeiter-Flyer, Plakate, Postkarten, E-Mail-Abbinder und Website-Banner. Ein großer Teil der Kampagne findet in den sozialen Medien statt. Zum Start zunächst auf Facebook (URL: facebook.com/rehamachtsbesser/) und Twitter (URL: twitter.com/rehamachtsbesser/) und ab 2020 zusätzlich auf Insta-gram. Um auch in den sozialen Medien die Reha mit einer Stimme zu stärken, wurden feste Hashtags verbindlich definiert, die überall verwendet werden sollen: #rehamachtsbesser, #rehavorpflege und #gesunddurchreha.

Unterstützen und mitmachen

Idee und Anstoß zur Kampagne kamen im Herbst 2018 von den Reha-Kliniken im BDPK und im Arbeitskreis Gesundheit. Nach einer Konzept- und Entwicklungsphase in verschiedenen Gremien wurde das Projekt bundesweit unter Werbeagenturen ausgeschrieben, im Frühjahr 2019 erhielt die Trio Group aus München den Zuschlag und Auftrag für die Umsetzung. Der ausgearbeitete Kampagnenrahmen bietet vielfältige Möglichkeiten zur Unterstützung oder aktiven Beteiligung für Einzelpersonen, Reha-Einrichtungen und Verbände – mitmachen ist jederzeit möglich. Alle Informationen finden Sie unter www.rehamachtsbesser.de

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