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Hausbesuch

Singendes Krankenhaus

Singendes Krankenhaus

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  • Management
  • 05.02.2018

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Ausgabe 2/2018

Seite 140

f&w-Redakteur Mark Sleziona mit Klinikums-Geschäftsführer Prof. Dr. Norbert Dahmen (2. v. r.), Singleiterin Kathrin Skriewe (l.) und Fachkrankenpfleger Marco Hunstock (r.)

Das Ökumenische Hainich Klinikum im thüringischen Mühlhausen ist das erste „Singende Krankenhaus“ Ostdeutschlands. Regelmäßig treffen sich hier Patienten und Mitarbeiter, um gemeinsam zu musizieren. Singen fördert Emotionen, schafft einen Zugang zu den psychisch Kranken und fördert ihre Genesung.

Zum Besuchsort

Das Gelände des Ökumenischen Hainich Klinikums hat den Charakter eines kleinen Dorfes. Mehr als 30 denkmalgeschützte Villen, vor über 100 Jahren erbaut, stehen in symmetrischer Anordnung auf einem Areal mit eigener Kirche, Feuerwehr und Werkstatt, mit Sport- und Kegelverein, einem Einkaufslädchen, einem Kindergarten und einem Friedhof. Als besondere Attraktion gelten die Zierkirschen im großzügigen Klinikpark zur Blütezeit im Mai.

Weitere Besonderheiten

„Bei uns wird im Prinzip ständig gebaut und renoviert“, sagt Prof. Dr. Norbert Dahmen, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des Klinikums. Zuletzt für rund 23 Millionen Euro ein Klinikrestaurant mit Küche und ein Technikgebäude. Und die Villen werden permanent modernisiert. Das „Dorf“ hält rund 650 Betten für seine jährlich knapp 7.000 stationären Patienten vor, die von 1.200 Mitarbeitern ver- und umsorgt werden. Das Fachkrankenhaus für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik bietet jenseits des Pflichtversorgungsangebots besondere überregionale Leistungen an: die (Multi-)Familientherapie, die Suchttherapie von Crystal-Abhängigen, die Behandlung mehrfachbehinderter Menschen, eine moderne Neurologie mit eigener Stroke-Unit und telemedizinischen Leistungen für benachbarte Kliniken sowie eine eigene Forensik.

Warum ein Hausbesuch fällig wurde

Im Oktober 2017 erhielt das Klinikum die Auszeichnung „Singendes Krankenhaus“ vom gleichnamigen internationalen Netzwerk zur Förderung des Singens in Gesundheitseinrichtungen. 27 zertifizierte Kliniken gibt es deutschlandweit, Mühlhausen ist das erste Krankenhaus aus den neuen Bundesländern. Studien belegen: Singen verkürzt die Verweildauer, aktiviert Selbstheilungskräfte. „Wir wollen solche Aktivitäten und ihre für die Patienten nachhaltigen Effekte fördern“, sagt Dahmen. Jede Woche treffen sich bis zu 20 Patienten, Ehemalige, Angehörige und Mitarbeiter und singen überwiegend eingängige Melodien in deutscher Sprache, aber auch anderssprachige Stücke, von Englisch über Hebräisch bis Haitianisch. Angeleitet werden sie von Klinikseelsorgerin Kathrin Skriewe, die den therapiebegleitenden Singkreis vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat. „Singen bewirkt viel, löst Emotionen aus“, erklärt die ausgebildete Singleiterin. Das Lieder-Repertoire ist groß. Regelmäßig probieren Skriewe und Fachkrankenpfleger Marco Hunstock, der die singenden Patienten mit seiner Gitarre begleitet und sich aktuell zum Musiktherapeuten weiterbildet, neue Stücke aus. „In der Gruppe singen wir uns stets gemeinsam ein. Lieder entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn man nicht mehr über Text oder Melodie nachdenken muss“, so Skriewe. Dabei gilt: Es gibt keine falschen Töne – nur Variationen. Abhängig von der Gruppendynamik üben sich Teilnehmer auch im Wechselgesang mit Bewegung. Skriewe und Hunstock planen, den Singkreis zu erweitern – zu einem offenen Angebot für ehemalige Patienten und Interessierte.

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