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„Seltene Chance für Kliniken“

„Seltene Chance für Kliniken“

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  • 27.04.2018

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Ausgabe 5/2018

Seite 392

Dr. Markus Müschenich begleitet als Gründer und Managing Partner von „Flying Health“ Start-ups im Gründungs- und Wachstumsprozess.

Auf der Agenda des Deutschen Ärztetags im Mai steht eine Debatte über das Fernbehandlungsverbot. Dr. Markus Münschenich – Mediziner, ehemaliger Sana-Vorstand und Gründer von „Flying Health“ – sieht neue Möglichkeiten für Krankenhäuser.

Herr Dr. Müschenich, was erwarten Sie vom Deutschen Ärztetag im Mai? Wird das Fernbehandlungsverbot fallen?

Ich selber bin gespannt, ob das Fernbehandlungsverbot ab Mai der Vergangenheit angehören wird. Stimmt der Deutsche Ärztetag gegen die Aufhebung, wird das zur Bankrotterklärung hinsichtlich des Innovationsverständnisses der Ärzteschaft. Außerdem wird sie sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, aktiv die Verbesserung der Versorgung zu blockieren.

Wenn der Ärztetag gegen die Aufhebung des Fernbehandlungsverbots stimmt, sollte dann Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aktiv werden und eine Gesetzesinitiative starten, um in das Berufsrecht einzugreifen?

Sollte sich der Ärztetag dagegen entscheiden, stellt sich die Frage, ob Herr Spahn sich das bieten lässt.

Was würde ein Wegfall dieser Regulierung für die Patienten bedeuten? Was konkret würde sich ändern?

Für Patienten bedeutet der Wegfall der Regulierung einen deutlich größeren Freiheitsgrad bei der Auswahl eines Arztes. Der Besuch beim geeigneten Spezialisten hängt nicht mehr davon ab, ob dieser auch physisch erreichbar ist. In ländlichen und unterversorgten Gebieten wird der Ärztemangel deutlich abgefedert. Und sicher werden Leben gerettet werden, wenn online Gefahren schneller erkannt werden.

Welche Chancen sehen Sie für Krankenhäuser, wenn das Fernbehandlungsverbot fällt?

Notaufnahmen werden von Bagatellfällen entlastet werden. Die Begutachtung harmloser Mückenstiche in kinderärztlichen Rettungsstellen kann dann online und jenseits des Krankenhauses erfolgen. Gleichzeitig werden Online-Indikationssprechstunden möglich. Damit eröffnet sich eine neue Möglichkeit der Rekrutierung von Patienten. Und natürlich können Krankenhäuser die Online-Medizin als eigenes Geschäftsfeld entwickeln. Die Möglichkeit, Patienten jenseits traditioneller Einzugsgebiete medizinisch zu versorgen, bietet interessante Möglichkeiten, neue Umsätze zu generieren – und das im Moment noch weitestgehend wettbewerbsfrei. Das ist eine sehr seltene Chance für innovative Krankenhausmanager.

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