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Buchführung

Viel Potenzial, wenig Chancen

Viel Potenzial, wenig Chancen

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  • 02.05.2018

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Ausgabe 5/2018

Seite 445

Die Stiftung Münch hat im Verlag medhochzwei das Buch „ Robotik in der Gesundheitswirtschaft – Einsatzfelder und Potenziale“ herausgegeben. Gegliedert ist es nach einer Einführung in insgesamt drei Schwerpunkt-Kapitel: „Stand der Technik der Robotik in der Gesundheitswirtschaft“, „Politische Visionen in Deutschland, Japan und Korea“ sowie „Potenziale der Robotik in der Gesundheitswirtschaft in Deutschland“. Den Abschluss bilden „Handlungsempfehlungen“.

Das Buch verschafft dem Leser einen ausgezeichneten Überblick über den aktuellen Stand der Technik und die Einsatzmöglichkeiten von Robotik in der Gesundheitswirtschaft. Überraschend ist die Vielfältigkeit der Ideen und Prototypen, die sich bereits heute in den unterschiedlichsten Feldern der Gesundheitswirtschaft finden. Systematisch wird aufgezeigt, wie Roboter – oder besser Assistenzsysteme – in der Rehabilitation oder in der Altenpflege eingesetzt werden können.

Der Fokus dieser unterstützenden Instrumente liegt weniger im akutklinischen Bereich, sondern vielmehr in der Rehabilitation oder in der Kompensation körperlicher Defizite bei Menschen mit körperlichen, aber auch geistig sowie emotionalen Einschränkungen. Die Bandbreite reicht hierbei von stationär einsetzbaren Apparaten, um bestimmte körperliche Bereiche zu trainieren, bis hin zu Exoskeletten, also einer am Körper extern anzubringenden Gerätschaft, die in Zukunft Querschnittsgelähmten ein (fast) normales Leben in der Gesellschaft ohne Rollstuhl ermöglichen soll. Auch sind einige Assistenzsysteme darauf ausgelegt, mit Patienten/Bewohnern von sozialen Einrichtungen zu kommunizieren. Für an Demenz erkrankte Menschen können hier ganz neue Hilfestellungen erwachsen. Die Autoren zeigen im Vergleich, dass in Japan oder Korea die Akzeptanz deutlich größer ist als in Deutschland.

Dieser erste Teil über den Stand der Technik macht Spaß zu lesen. Das Buch zeigt auch in Bildern Lösungen und Prototypen. Dabei ist leicht nachzuvollziehen, dass die rasante Entwicklung im Bereich selbst steuernder Maschinen, umfangreicher Sensorik und Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz je nach Entwicklungsschritt der einzelnen Assistenzsysteme entweder bereits umgesetzt oder angedacht ist. Diese Entwicklung wird sich noch erheblich beschleunigen, denn der Personalmangel auf der einen Seite und technische Innovationen aus dem Bereich der selbst fahrenden Fahrzeuge auf der anderen Seite werden einen enormen Veränderungsdruck aufbauen.

Sehr gut gelungen und eigentlich Pflichtlektüre für Politiker im Gesundheitswesen sollte das Kapitel 5 – „Potenziale der Robotik in der Gesundheitswirtschaft in Deutschland“ – sein. Dabei haben die Autoren verschiedene Akteure im deutschen Gesundheitswesen befragt und ihre Einschätzungen aufgeschrieben. Die Befragten waren offen für den Einsatz von Assistenzsystemen, sahen jedoch die innovationsfeindlichen Hürden innerhalb des Gesundheitswesens: seien es die mangelnden Investitionsmittel oder die Nichtabrechenbarkeit von entsprechenden Leistungen.

Die Zusammenfassung dieses Kapitels ist: Im Bau von Assistenzsystemen und Robotern könnte Deutschland weltweit eine führende Rolle einnehmen. Das SGB reicht Deutschland dann aber leider auf den letzten Platz durch.

Robotik in der Gesundheitswirtschaft. Einsatzfelder und Potenziale. Barbara Klein, Birgit Graf, Inga Franziska Schlömer, Holger Roßberg, Karin Röhricht, Simon Baumgarten (Autoren), Stiftung Münch (Hrsg.), 1. Auflage, 2018, 197 Seiten, 59,99 Euro.

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