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conhIT: Neue Messe mit Perspektive

conhIT: Neue Messe mit Perspektive

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  • Auf der conhIT gesehen
  • 01.03.2008

Neuer Name, neues Konzept: Die vom Verband der Hersteller von ITLösungen für das Gesundheitswesen (VhitG) und der Messe Berlin ausgerichtete conhIT, Nachfolgeveranstaltung der ITeG, feierte vom 8. bis 10. April 2008 Premiere in Berlin. 2 513 überwiegend deutsche Fachbesucher nahmen teil, und 144 Aussteller präsentierten auf rund 8 500 Quadratmetern ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen.

Im Mittelpunkt des neuen Konzepts des Branchentreffs für Healthcare IT stand eine Industrie-Messe, die mit einem Kongress und einer Akademie sowie mit verschiedenen Networking- Angeboten und Verbandsforen zeitlich abgestimmt war. Jeweils einen halben Tag hatten Besucher und Aussteller die Gelegenheit, den Kongress zu besuchen. Die andere Hälfte des Tages war der Messe vorbehalten, auf der sich das Fachpublikum über das gesamte Spektrum moderner Informationstechnlogie in Krankenhäusern informierte und mit den Anbietern über innovative Lösungen für den Aufbau einer Telematikinfrastruktur, über Anwendungen und Nutzen des elektronischen Heilberufeausweises oder die Rolle der elektronischen Fallakte diskutierte.

Qualität statt Quantität

Dass die conhIT nicht die ITeG-Zahlen des Vorjahres (3 522 Fachbesucher, 288 Aussteller) würde erreichen können, hatten die Veranstalter erwartet: Entscheidend sei nicht die Quantität der Besucherzahlen, sagte Jens Naumann, VHitG-Vorsitzender, auf der Eröffnungspressekonferenz. Es gebe keine Erwartungswerte, die den Erfolg der conhIT bezifferten. Bedeutender seien konstruktive Gespräche mit und unter den Ausstellern und zufriedene Besucher. Die conhIT verstehe sich als zentrale Kommunikations- und Informationsplattform zum Thema eHealth.

„Wir sind überzeugt, dass die IT-Ausstattung im Gesundheitswesen ein maßgeblicher Faktor für den Erfolg unseres Gesundheitssystems ist. Und genau zur Vermittlung dieses Nutzens von IT bedarf es der conhIT.“ Raimund Hosch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin, sagte, die conhIT bewege sich im Wachstumsmarkt eHealth und solle nicht nur in Deutschland die maßgebliche Branchenmesse, sondern künftig eine europaweit wichtige Ausstellung werden. Der Verband erhält für sein Messe- Konzept Unterstützung: Prof. Dr. Klaus Kuhn, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), und Dr. Carl Dujat, Präsident des Bundesverbandes Medizinischer Informatiker (BVMI), verkündeten, 2009 werde die KISTagung in die conhIT integriert als „conhIT-Kongress – Praxis der Informationsverarbeitung in Krankenhaus und Versorgungsnetzen“.

In seiner Eröffnungsrede unterstrich Dr. Klaus Theo Schröder, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, die Bedeutung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) für das deutsche Gesundheitswesen. Er sei zuversichtlich, dass im zweiten Halbjahr 2008 neue Lesegeräte und elektronische Gesundheitskarten in ganz Deutschland verteilt würden, um nach Eintritt in die Online-Phase schnellstmöglich „das gesamte Potenzial des Systems auszunutzen“. Schröder gab sich optimistisch, dass Deutschland „künftig das komplexeste, aber auch kompletteste System haben wird“. Die Messe bot Gelegenheit, Kartenlesegeräte und auf die eGK abgestimmte Klinikinformationssysteme in Augenschein zu nehmen.

Compugroup: Auf dem Weg zur Nummer eins

Die Compugroup Holding AG, ein führender europäischer eHealth-Anbieter, gab die Übernahme der fliegel data GmbH durch die Compugroup- Tochter systema Deutschland GmbH bekannt und zählt nun zu den größten Playern im deutschen Markt für Krankenhausinformationssysteme. „Die Übernahme ist ein elementarer Schritt auf unserem Weg zur Nummer eins im weltweiten eHealth-Markt“, sagte Konzernchef Frank Gotthardt. Ansprüche auf eine Führungsposition in Europa erhebt auch Peter Herrmann, Managing Director von Isoft, Teil der weltweit agierenden IBA Health Gruppe. Isoft will sein Wachstum vor allem in Europa weiter vorantreiben. „Wir haben ein ganz bescheidenes Ziel“, sagte Herrmann. „Wir wollen die Nummer eins in Kontinentaleuropa werden.“

Kongress und Akademie ergänzten die Messe

Auf dem conhIT-Kongress präsentierten 110 Referenten in insgesamt 67 Vorträgen aktuelle Herausforderungen für IT in der Gesundheitsbranche wie die elektronische Fallakte (eFA), den Heilberufeausweis und datenschutzrechtliche Aspekte der klinischen Patientenversorgung. Anwender stellten in Praxisberichten ITLösungen für wirtschaftliche, administrative, medizinische und pflegerische Prozesse in Krankenhäusern vor. Die vom Institut für Informationstechnologien im Gesundheitswesen durchgeführte conhIT-Akademie bot den insgesamt 150 Teilnehmern in fünf Seminaren die Möglichkeit zur Diskussion und zu praktischen Übungen.

Aussteller sind zufrieden

Unter den 144 Ausstellern fanden sich Branchenführer wie Agfa Healthcare, Isoft, SAP Deutschland, Tieto Enator und Siemens Medical Solutions. Neun Aussteller kamen aus dem Ausland. Zum conhIT-Konzept gingen die Meinungen der Anbieter auseinander. Einige äußerten sich insbesondere am ersten Tag skeptisch: zu wenige Besucher, zu hoher Aufwand. Frühere ITeG-Aussteller waren der conhIT ferngeblieben. Kritik gab es auch für die Absperrung der Ausstellfläche außerhalb der Messezeiten, die es Besuchern nicht gestattete, die Messestände zu besuchen.

Der zweite Tag stimmte alle Aussteller optimistischer: Besucher durften nun auch während des Kongresses die Stände besuchen. Ein insgesamt positives Ergebnis präsentierte der VHitG. So habe eine Umfrage gezeigt, dass sowohl Aussteller als auch Fachbesucher der conhIT ein gutes Zeugnis ausstellten. Die Aussteller bestätigten in der Umfrage qualitativ sehr hochwertige Gespräche. Sie schätzten die starke Community aller Anbieter, die das entsprechende Fachpublikum anlocke. Die Kunden an den Ständen hätten aufgrund des conhIT-Konzeptes mehr Zeit für Gespräche gehabt. Die conhIT werde sich zu einem Branchentreff entwickeln.

„Daran werden wir aktiv mitarbeiten“, erklärte Walter F. Schäfer, Leitung Marketing Kommunikation, Agfa Health Care GmbH. Das Konzept der Messe überzeuge, beschrieb Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender der Meierhofer AG, den Erfolg der conhIT: „Auch wir als Aussteller haben einen großen Nutzen von den Kongressen. Für uns ist es wichtig zu wissen, was die Anwender über unsere Produkte berichten und welche Bedürfnisse noch zu erfüllen sind.“ Dr. Wolrad Rube, Geschäftsführer von systema Deutschland, bewertete das conhIT-Konzept als „sehr gut“, aber gewöhnungsbedürftig: „Es wird eine Weile dauern, bis es sich durchsetzt. Wir unterstützen es.“ Naumann freute sich über eine „gelungene Premiere“: „Unserem Ziel, die conhIT als Synonym für den Wissensaustausch und die Netzwerkbildung aller Beteiligten des Gesundheitswesens zu etablieren, sind wir ein ganzes Stück nähergekommen.“ Die conhIT habe ihre Zukunftsfähigkeit mit ihrer Premiere nachdrücklich unter Beweis gestellt. Der Termin für die nächste conhIT steht bereits fest: 21. bis 23. April 2009 in Berlin.

 

Messe-Umfrage bestätigt Zuspruch für conhIT-Konzept

In einer Umfrage gaben 84 Prozent der Fachbesucher an, der Besuch der conhIT habe sich für sie gelohnt. Auch Kongress und Akademie bewerteten mehr als 90 Prozent mit gut bis sehr gut. 81 Prozent der Besucher waren mit der Industrie-Messe sehr zufrieden. Das conhIT-Konzept sehen 74 Prozent der Besucher als gelungen. 80 Prozent gaben an, auch im nächsten Jahr die conhIT zu besuchen. 95 Prozent der Besucher kamen aus Deutschland. Die conhIT ist das weiterentwickelte Konzept der Industriemesse ITeG, die 2004 vom VHitG als „IT-Leitmesse im Gesundheitswesen“ ins Leben gerufen wurde. Im Nachgang zur ITeG 2007 entschied sich der Verband für eine Neuausrichtung. Nach einem Rechtsstreit mit dem bisherigen Messepartner Mesago durfte die Bezeichnung „ITeG“ nicht mehr weitergeführt werden. Der neue Phantasiename „conhIT“ könne auch als die Abkürzung für „connecting the healthcare IT“ gelesen werden, sagte Jens Naumann, VHitG-Vorsitzender.

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