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Mit Mut aus der Krise

Mit Mut aus der Krise

  • Politik
  • Titel
  • 01.03.2008

Endlich ist es raus. Die Ärzte und die Kliniken sollen mehr Geld erhalten. Das sagt die Gesundheitsministerin. Auf dem Ärztetag in Ulm hat sie diese Hoffnung geweckt. Und mancher vernahm die Nachricht gern. Doch „die Botschaft hör ich wohl – allein mir fehlt der Glaube“, schränkte schon Goethe ein. Wir nahmen ihn beim Wort, lasen die Rede der Ministerin nach und stellten fest, sie verkündete in Ulm Bekanntes und Selbstverständliches. Nämlich, dass als Folge der guten Konjunktur die Grundlohnsumme steigen werde und damit das Budget der Kassen. Oder dass zum Jahresende der Sanierungsbeitrag der Krankenhäuser definitiv enden und der Vorwegabzug für die Integrierte Versorgung auslaufen werde. Doch damit werden keine neuen Finanzquellen erschlossen.

Die Konjunktur kann sich abermals wenden, und die Sonderopfer waren von Beginn an begrenzt. Für wie vergesslich hält uns die Ministerin? Zusätzliche Mittel, die die prekäre Lage der Kliniken lindern könnten, stellt die Ministerin nur sehr vage in Aussicht. Sie werde dem Gesetzgeber „vorschlagen“, einen „Anteil“ der vereinbarten Lohn- und Gehaltssteigerungen durch die Kassen finanzieren zu lassen. Weil die Situation in der Pflege „sehr eng“ sei, „neige ich sehr dazu, ein Förderprogramm für die Neueinstellung von Pflegekräften in den Krankenhäusern aufzulegen“, sagte die Ministerin. Sodann zeigte sich Frau Schmidt davon „überzeugt“, dass sich mit diesen fünf Punkten die Situation in den Krankenhäusern deutlich verbessern werde. Warten wir ab, wie weit die Vorschläge und Neigungen der Ministerin im Wahljahr 2009 tragen werden.

Zeit zum Warten haben die Kliniken indes nicht. Sie müssen heute handeln, wenn sie das Morgen erleben wollen. Doch wir haben Hoffnung, dass sie mit Mut aus der Krise hervortreten werden. Die Hoffnung gründet auf den Erfahrungen der Vergangenheit, denn die erfolgreichen Krankenhäuser stellten fest: Weniger kann besser sein. Mit Spezialisierung und Zentrenbildung gewinnen die Kliniken Marktanteile. Die Effizienzsteigerung ist zur Daueraufgabe geworden. Die erfolgreiche Veränderung erfordert ungeahnte Überzeugungsarbeit. Die Kliniken müssen die persönliche Verantwortung aller stärken. Letztlich sichern die Mitarbeiter das Unternehmen. Und Schwarzmalerei schadet den Krankenhäusern. Das sind die wichtigsten Ergebnisse unserer Recherche, was Kliniken dem Kostenschub entgegensetzen. Konsens herrscht unter den Krankenhäusern: „Die Politik schiebt die Marktbereinigung auf die Kassen ab.“

Darum trägt das Prinzip Hoffnung nicht weit, sondern gefragt ist der Entrepreneur, der es schafft, trotz minimaler Ressourcen maximale Erfolge zu erreichen. Das gelingt ihm nur gemeinsam mit seinen Mitarbeitern. Alle müssen in die Verantwortung einbezogen werden. Das setzt Offenheit voraus. Zugegeben, das Ziel ist weit gesteckt, aber nicht unerreichbar.

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