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Mit Mut aus der Krise - Titel f&w 03/2008

"Wir müssen die persönliche Verantwortung aller stärken"

"Wir müssen die persönliche Verantwortung aller stärken"

  • Strategie
  • Titel
  • 01.03.2008

Die Kostensteigerung trifft auch unser Haus. In diesem Jahr erwarten wir, dass die Personalkosten um sieben bis acht Prozent steigen werden und die Sachkosten um zwei bis drei Prozent. Seit Jahren schon betreiben wir Kostensenkung und -optimierung. Wir können diesen Weg nicht ins Unendliche fortsetzen. Die Optimierung der Prozesse fällt wegen der unzureichenden Finanzierung der Investitionen durch die Länder schwer, denn optimale Prozesse lassen sich nur durch optimale Krankenhausbauten sicherstellen. Die Steigerung des Umsatzes bei immer noch gedeckeltem Budget ist schwierig, und das Ausweichen auf andere Leistungen erfordert Investitionen.

Wir können den zusätzlichen Aufwand nicht voll kompensieren, planen aber auch keine Einschränkungen von Leistungen, da dies im Kerngeschäft für ein Evangelisches Krankenhaus prinzipiell nicht infrage kommt. Jedoch ist es notwendig, die Leistung besser zu planen und optimal zu erbringen. Der Aufbau eines Medizinischen Versorgungszentrums und einer guten Vernetzung sind zwei Möglichkeiten, um die Gesamtkosten entlang des Falls zu optimieren. Selbstverständlich gehen wir diesen Weg. Sicher ist es so, dass viele Mitarbeiter wissen, dass die Ressourcen optimal eingesetzt werden müssen. Jedoch ist sicherlich die Einsicht, dass dies bei einem selber anfängt, noch nicht voll gegeben. Die Mitarbeiter reagieren auf den Kostendruck also nicht immer einsichtig. Ich kann die Bereitschaft, umzudenken, nicht einzelnen Berufsgruppen zuordnen. Aber ich stelle fest, dass die Mitarbeiter, die jünger als 40 Jahre sind, sich sehr bewusst diesem Thema widmen können. Mitarbeitern, die noch aus der Zeit des Selbstkostendeckungsprinzips kommen, fällt es schwerer, sich auf die neue Situation einzustellen. Die Situation, Kosten in den Mittelpunkt zu stellen, ist daher nicht der einzige Weg.

Schneller bessere Entscheidungen treffen

Mit unseren Mitarbeitern haben wir keinen Notlagentarifvertrag geschlossen. Wir sehen uns in der Treuepflicht gegenüber unseren Mitarbeitern, die vereinbarten Leistungsentgelte zu zahlen. Jedoch versuchen wir, den Weg jeden Tag neu zu optimieren. Wir wollen im Sinne unseres Dreiecks patientenzentriert, mitarbeiterorientiert und kostenoptimiert arbeiten. Wir betreiben ein Changeund Veränderungsmanagement, um die Gesamtverantwortung unserer Führungskräfte und Mitarbeiter zu stärken. Wir wollen schneller bessere Entscheidungen treffen, um Prozesse und Abläufe optimal zu organisieren und dadurch natürlich auch die finanziellen Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Als sinnvoll erwiesen sich bislang solche Konzepte, mit denen wir die Menschen erreicht haben, um ihre persönliche Verantwortung zu stärken.

Kosteneinsparungen nach einer Rasenmähermethode sind nicht sinnvoll. Partnerschaften mit Medizinprodukteherstellern oder der Pharmaindustrie mit Blick auf eine langfristige Zusammenarbeit sind gewiss sinnvoll, zumal sie auch die Kosten mindern. Der Politik halte ich vor, dass sie den Wettbewerb nicht ordentlich zulässt. Die sektoralen Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung sind nicht aufgelöst, und immer noch ist die kassenärztliche Versorgung ein deutlicher Hemmschuh dafür, optimale Leistungen im Fallgeschehen um den Patienten herum zu organisieren. Die Politik bekennt in ihren Taten nicht, dass sie den Wettbewerb wirklich will und dass sie gleichberechtigte Partner an den Start lassen möchte. Die Politik soll das Vertrauen stärken, indem sie den Worten auch Taten folgen lässt.

Anschrift des Verfassers:

Volker Feldkamp, Geschäftsführer Evangelisches Krankenhaus, Wertgasse 30, 45486 Mülheim.

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