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Mit Mut aus der Krise - Titel f&w 03/2008

Die Effizienzsteigerung ist zur Daueraufgabe geworden

Die Effizienzsteigerung ist zur Daueraufgabe geworden

  • Strategie
  • Titel
  • 01.03.2008

Die Personalkosten im Klinikkonzern Vivantes sind 2007 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 5,3 Millionen Euro (plus ein Prozent) gestiegen. Allerdings gab es bei uns gegenläufige Einflüsse, etwa einen leichten Abbau der Vollkräftezahl. Die Einsparungen daraus wurden aber wiederum durch Mehraufwendungen gemindert, welche die Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes gefordert hatte. Einen starken Anstieg um fast sechs Prozent verzeichneten wir beim Materialaufwand. Hier hat sich die um 4,4 Prozent gestiegene Zahl der Patientenbehandlungen ausgewirkt. Hinzu kamen erhebliche Belastungen durch den von der Politik geforderten 0,5-prozentigen Rechnungsabzug zur Sanierung der Krankenkassen, durch den Pflichtbeitrag zur Sanierung der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, die Mehrwertsteuererhöhung sowie durch steigende Energiepreise. Allein diese Faktoren haben unser Ergebnis 2007 um rund 15 Millionen Euro belastet.

Die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit ist unter diesen Rahmenbedingungen für uns, wie für alle Krankenhäuser in Deutschland, zur Daueraufgabe geworden. Angesichts gedeckelter Einnahmen sind Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen durch Strukturverbesserungen immer der Königsweg. Eine Rationierung oder ein Rosinenpicken von medizinischen Leistungen betreiben wir nicht. Wir haben auch im vorigen Jahr wieder mehr Patienten behandelt als mit den Krankenkassen vereinbart und niemanden abgewiesen, obwohl wir die Behandlung der „zusätzlichen Patienten“ nur zu einem Bruchteil bezahlt bekamen. Unser Netzwerk für Gesundheit war von Beginn an breit aufgestellt: Eine leistungsstarke Rehabilitation und Seniorenpflege ergänzen die Akutmedizin. Zu den bereits bestehenden sechs Medizinischen Versorgungszentren werden noch weitere Standorte mit hoch spezialisierten Angeboten in Betrieb gehen. Auch eine neue häusliche Krankenpflege haben wir bereits aufgebaut.

Der Notlagenvertrag gab Luft zum Atmen

Wir haben die Prozesse in unseren Kliniken schon früh optimiert. Wir bewerten und verbessern sie laufend. Qualitätsstandards, interprofessionelle Versorgungspfade, eine reibungsarme Logistik und ein zentraler Einkauf sind hierfür nur einige Beispiele. Einen Notlagentarifvertrag haben wir im Jahr 2004 abgeschlossen, als zentralen Baustein zur Sicherung von Vivantes. Im Kern sah er einen teilweisen Verzicht der Mitarbeiter auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld vor. Er gab dem Konzern in den letzten Jahren die Luft zum Atmen und die notwendige Planungssicherheit beim größten Kostenblock. Parallel dazu hat Vivantes einiges an Effizienzsteigerung geleistet. Wir informieren unsere Mitarbeiter laufend über die Entwicklung des Unternehmens und erläutern auch die Rahmenbedingungen, unter denen wir arbeiten. Das wird verstanden. Gleichzeitig sind unsere Mitarbeiter aber zu Recht der Auffassung, dass ihre Arbeit, die in den letzten Jahren produktiver geworden ist, angemessen vergütet werden muss. Denn die Belastungen sind derart stark gewachsen, dass sie allein durch weitere Sparmaßnahmen nicht mehr zu bewältigen sein werden. Wegen der dualen Finanzierung sind die Krankenhäuser auf zwei Finanzquellen angewiesen.

Durch das gedeckelte Budget, das sich zudem an den sinkenden Landesbasisfallwerten orientiert, erhalten die Krankenhäuser für den laufenden Betrieb zu wenig Geld von den Krankenkassen. Gleichzeitig kommen die Länder und Kommunen nur in unzureichendem Maße für die notwendigen Investitionen auf. Damit sind die Krankenhäuser derzeit doppelt unterfinanziert. Wenn diese Unterfinanzierung so bleibt, wird der Markt zwar „bereinigt“, am Ende werden jedoch viele der übrig gebliebenen Krankenhäuser durch jahrelang vernachlässigte Investitionstätigkeiten echte Qualitätsprobleme haben. Die Politik muss deshalb die Krankenhäuser spürbar entlasten. Diese Forderung wollen wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern an die Adresse der Politik richten.

Anschrift des Verfassers:

Joachim Bovelet, Vorsitzender der Geschäftsführung, Vivantes-Netzwerk für Gesundheit GmbH, Oranienburger Straße 285, 13437 Berlin.
 

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