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OP-Barometer 2013: Schwachstelle OP-Pläne

OP-Barometer 2013: Schwachstelle OP-Pläne

  • Politik
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  • 01.03.2014

An der Fachhochschule Frankfurt am Main (FH FFM) liegen erste Ergebnisse des OP-Barometers 2013 vor. Sie wurden vom Informationsdienst Wissenschaft (idw) veröffentlicht. Die Befragung von OP- und Anästhesie-Pflegekräften offenbarte, dass die Prozesse in den Operationssälen deutscher Krankenhäuser noch nicht optimal sind.

Die Befragten kritisierten vor allem organisatorische Defizite: Die entsprechende Bewertung der Organisation im OP-Bereich verschlechterte sich leicht (31 Prozent, 2011 waren es 28 Prozent); nur rund die Hälfte ist mit der Organisation in ihrem OP-Saal zufrieden. Die OP-Pläne scheinen eine wesentliche Schwachstelle der OP-Organisation zu sein, da fast die Hälfte (44 Prozent) der Pflegekräfte ihrem Bereich keine zuverlässigen OP-Pläne bescheinigt. Deutlich über die Hälfte (62 Prozent) meldete unnötige Wartezeiten in OP-Prozessen. „Ein klares Indiz für unzureichende Effizienz der Krankenhäuser", interpretierte Studienleiter Professor Thomas Busse die Ergebnisse.

Die Problematik der Steri-Qualität hat sich leicht entschärft; 39 Prozent der Befragten geben an, dass an ihrem Arbeitsplatz Schwierigkeiten mit der Sterilität des OP-Bestecks bestehen (2011 sagten dies 44 Prozent). „Ein nach wie vor suboptimaler Wert, an dem gearbeitet werden muss", sagte Busse. Die Patientengefährdung hat, so die Einschätzung der Befragten, seit 2011 von 45 auf 49 Prozent zugenommen. „Dies ist eine beunruhigende Rückmeldung. Die Verschlechterung erfordert meines Erachtens dringend, dass sich die Kliniken um Abhilfe bemühen", betonte Busse. Die fachliche Qualität des OP-Bereichs, in dem sie tätig sind, schätzen die Pflegekräfte unterschiedlich ein: Mehr als die Hälfte (61 Prozent) würde sich zwar im eigenen Haus operieren lassen, 18 Prozent wollen sich nicht festlegen, aber 21 Prozent lehnen eine

Operation in ihrem Bereich ab. „Die

OP-Bereiche in Krankenhäusern leiden zunehmend darunter, dass Pflegepersonal qualitativ und quantitativ nicht ausreichend zur Verfügung steht. Diese Verknappung steht in schmerzlichem Gegensatz zum steigenden OP-Bedarf. Viele Operationen müssen wegen Pflegemangels verschoben oder von anderen Krankenhäusern erbracht werden – eine Zumutung auch für die Patienten", so Busse.

Der Arbeitsplatz Pflegeberuf im OP-Bereich ist weiterhin nicht attraktiv; die Zahlen derjenigen, die den Beruf nicht nochmals wählen würden, sind in den vergangenen zwei Jahren stagniert (39 Prozent, 2011 waren es 37 Prozent). Über drei Viertel der Befragten melden zurück, dass die Arbeitsbelastung seit 2011 zugenommen hat. Dagegen vermisst fast die Hälfte eine Wertschätzung ihrer geleisteten Arbeit durch die eigene Krankenhausleitung. Auffallend laut Busse ist, dass es deutliche Unterschiede zwischen Krankenhäusern gibt, deren OP-Bereiche insgesamt gut bis sehr gut abschneiden, zu denen, die schlechte bis sehr schlechte Werte erzielen.

Die aufbereiteten Ergebnisse des OP-Barometers 2013 können ab April 2014 unter www.zgwr.de abgerufen oder über busse@fb4.fh-frankfurt.de angefordert werden.


Das OP-Barometer ist eine seit 2008 alle zwei Jahre durchgeführte Befragung zur Arbeitssituation von Pflegekräften im Operations-(OP-) und Anästhesie-Bereich an deutschen Krankenhäusern. Initiator ist Prof. Thomas Busse, Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) an der Fachhochschule Frankfurt am Main. Rund 1400 OP- und Anästhesiepflegekräfte aus ganz Deutschland haben sich am OP-Barometer 2013 beteiligt. 51 Prozent von ihnen sind OP-Pflegekräfte, 38 Prozent Anästhesie-Pflegekräfte und 11 Prozent Operationstechnische Assistent(inn)en.


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