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Das humanzentrierte digitale Krankenhaus

Das humanzentrierte digitale Krankenhaus

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  • Technologie
  • 26.02.2018

f&w

Ausgabe 3/2018

Seite 282

Sebastian Wibbeling

Die Digitalisierung schreitet voran. Immer mehr Prozesse im Krankenhaus werden durch digitale Systeme und Smart Devices verändert. So verbessern digitale Assistenzsysteme die Prozesse insbesondere in unterstützenden Bereichen wie Logistik, Reinigung, Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) und Küche. Aber auch im medizinischen und pflegerischen Bereich sind mittels der Patientenakte und neuer Planungstools zunehmend Prozesse digitalisiert. Unabhängig davon, in welchen Bereichen die Digitalisierung eingesetzt wird, sollte sie Prozesse an den richtigen Stellen unterstützen, die richtigen Informationen zur richtigen Zeit bereitstellen und eine hohe Versorgungsqualität durch Qualitätsprüfungen sicherstellen. Vielfach ist dies heute noch nicht durchgängig der Fall. Eine schlechte Informationsbasis und hohe Dokumentationsaufwände führen derzeit zu einer zusätzlichen Belastung der Pflegenden und Ärzte. Gerade in diesen Berufsgruppen besteht ein erhöhter Pflegenotstand und Fachkräftemangel. Der Mensch muss somit zunehmend in den Fokus rücken, insbesondere bei der Einführung von Digitalisierung.

Eine humanzentrierte Sichtweise greift diese Problematiken auf und stellt den Menschen bei der Entwicklung neuer Lösungen in den Mittelpunkt. Dies fängt bei der Gestaltung der Mensch-Maschine-Interaktion an. Dabei kommt der kognitiven Ergonomie eine besondere Rolle zu. Durch die Digitalisierung entstehen neue Kooperationen zwischen Menschen und Systemen, die mit einer zunehmenden Vernetzung sowie neuen Informations- und Kommunikationsanforderungen einhergehen. Die Humanzentrierung achtet darauf, für digitale Belastungen das richtige Maß zu finden. Daneben ist auch die Gestaltung der Prozesse und Schnittstellen entscheidend. Ein gut gestalteter Prozess eliminiert Doppelarbeit, unnötige Dokumentation und ständige Nachfragen an den Schnittstellen. Ein humanzentriertes digitales Krankenhaus stellt den Mitarbeitern dann Informationen zur Verfügung, wenn diese zum einen gebraucht werden, zum anderen auch aufgenommen werden können. 

Ein weiteres Element neben der Belastungsreduzierung ist die Beachtung der Beanspruchung des einzelnen Menschen. Die Beanspruchung spiegelt den individuellen Umgang mit der Belastung wider und ist bei psychischen Belastungen – wie Stress, Informationsflut, Forderung nach Freundlichkeit – stark von der Person, aber auch von der Tagesform abhängig. In Zukunft wird eine Pflegekraft aktiv von Systemen zu einer Pause aufgefordert und in dieser durch Entspannungsübungen geleitet werden, um so die Beanspruchung individuell regulieren oder verringern zu können.

Neue Digitalisierungsstrategien können nicht nur die Qualität und die Effizienz der Prozesse optimieren, sondern bieten ebenfalls viel Potenzial zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit. Der Pflegeberuf lässt sich somit attraktiver gestalten. Neue Fachkräfte können gewonnen werden, und vorhandene werden gehalten. Schlussendlich profitieren von einer Humanzentrierung nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Patienten, denn gute Pflege und Medizin beruhen in der modernen Arbeitswelt auf einer guten Mensch-Mensch-Inter­aktion und tragen wesentlich zur Gesundung des Patienten bei.

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