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Entscheider-Event 2018

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  • 26.02.2018

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Ausgabe 3/2018

Seite 286

Dr. Pierre Michael Maier (Entscheiderfabrik) begrüßte 486 Teilnehmer im Industrieclub in Düsseldorf.

Die Sieger des diesjährigen Entscheider-Events.

Deutschland sucht die Super-Digitalisierungsprojekte – so auch in diesem Jahr beim „Entscheider-Event“, das den neuen Zyklus der Entscheiderfabrik einleitet. Die Siegerprojekte zeigen erneut , wie vielfältig das Optimierungspotenzial der Digitalisierung im Krankenhaus ist. 

Zugegeben: Sich als Neuling einen Überblick im rappelvollen Terminkalender der Entscheiderfabrik zu verschaffen, ist zunächst eine kleine Her­ausforderung. Event, Werkstatt, Reise, DRG-Forum, Medica – in enger Taktfolge bringt der IT-Inkubator Kliniken, Berater und Industrie regelmäßig an einen Tisch. Dass der Bedarf am Austausch und gemeinsamen Tüfteln groß ist, zeigten auch der volle Saal und die 486 angemeldeten Teilnehmer Mitte Februar im Industrieclub in Düsseldorf beim diesjährigen Entscheider-Event. Dieses nimmt im Jahreszyklus eine Schlüsselrolle ein. Denn hier wählen die Gäste aus zwölf Bewerbern die fünf Digitalisierungsprojekte, die die jeweiligen Partner dann gemeinsam bearbeiten; im Sommercamp und auf der Medica wird die Fachöffentlichkeit über den Stand der Dinge in diesen Projekten informiert. Am Ende soll dann im Idealfall eine fertige Lösung stehen, die auch andere Krankenhäuser (kaufen und) einsetzen können.

Dass nicht jedes Projekt nach zwölf Monaten abgeschlossen ist, zeigte der diesjährige Pitch, bei dem auch einige bekannte Gesichter aus dem Vorjahr um die Stimmen der Gäste warben. Zwei Teams schafften es tatsächlich, einen der begehrten fünf Plätze zu ergattern, darunter mit der CGM und Health Care IT Solutions sowie der Uniklinik der RWTH Aachen selbsterklärte „Dauergäste“ bei der Entscheiderfabrik. Mit der „Fallakte Plus“ sollen Arztpraxen, Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen technisch in die Lage versetzt werden, verlässlich vertrauliche Behandlungsinformationen untereinander und mit dem Patienten auszutauschen. Während die vergangenen Jahre im Zeichen der technischen Entwicklung standen, soll der „Abschluss der Trilogie“ nun unter anderem die Lösung in die Fläche bringen. Gemeinsam mit den Partnern will das Team dabei vor allem Prozesse kritisch durchleuchten und prüfen, wie diese vereinfacht werden können.

Ebenfalls verlängert wurde das Projekt „Digitalisierung 4.0: IHE XDS Connector für Apple HealthKit und CareKit“. Die Würzburger Firma Aycan und die Kliniken des Kreises Mühldorf am Inn entwickeln gemeinsam eine individuelle Gesundheitsakte auf dem Smartphone. Rückenwind erhielt dieses Projekt von höchster Stelle: Apple hatte im Januar angekündigt, Patienten und Krankenhäusern einen einfachen Datenaustausch ermöglichen zu wollen. Die neue iOS-Version 11.3 wird demnach eine neue Health Records-Funktion beinhalten. Zwölf Partner-Kliniken in den USA hat Apple für das Vorhaben bereits gewonnen. In Deutschland will das Projektteam der Entscheiderfabrik in den kommenden zwölf Monaten zunächst den ambulanten Sektor und vor allem die Hausärzte mit einbeziehen. Stefan Popp, Geschäftsführer von Aycan, kündigte an, auch eine App für Android entwicklen zu wollen – wenngleich Google, anders als Apple, dafür Zugriff auf die Patientendaten einfordere.

Stichwort Datenschutz: Der offenkundig zu sorglose Umgang mit Patientendaten und anderen sensiblen Informationen im Krankenhaus verhalf der Infinite Convergence Solutions und dem Klinikum Oldenburg zu Platz eins im diesjährigen Wettbewerb. Denn in vielen Kliniken greifen Pflegekräfte und Ärzte häufig auf Consumer-Lösungen wie WhatsApp zurück, um beispielsweise Bilder zu versenden. Eine alternative Chat-Messaging-Lösung, die speziell für den Einsatz in Unternehmen konzipiert wurde, traf den Nerv der anwesenden Krankenhausvertreter. Insgesamt sechs Krankenhäuser nutzen die Chance, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Auf Platz vier landete das Therapieunterstützungssystem, das Elsevier Clinical Solutions und das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) gemeinsam präsentierten. Es soll Ärzten für multimorbide Patienten alle relevanten Leitlinienempfehlungen darstellen und sicherstellen, dass sie bei ihren Entscheidungen die entsprechenden Leitlinienempfehlungen berücksichtigen. Das Tool soll dabei Leitlinie, klinikinterne Standards beziehungsweise implizites Wissen mit den Informationen über den jeweiligen Patienten verknüpfen. „Es wird keine A-priori-Entscheidung geben, sondern eine Empfehlung an die Ärzte auch auf Basis von dessen Erfahrung sowie der Präferenz des Patienten“, unterstrichen die Referenten.

Auf Platz fünf schaffte es ein Projekt der Universitätsmedizin Rostock mit Siemens, die virtuelle Videokonferenzen auf Basis einer IHE-konformen Vernetzungsplattform entwickeln. Mit dabei sind nun auch die Universitäts­klinik Jena und DMI. Insgesamt nutzen 17 Krankenhäuser beziehungsweise Krankenhausverbünde die Chance, sich an einem der Digitalisierungsprojekte zu beteiligen.

Über den Fortschritt der Digitalisierungsprojekte wird f&w regelmäßig berichten.

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