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Ergebnisse transparent machen, Fehler erkennen, Qualität verbessern

Die Initiative Qualitätsmedizin

Die Initiative Qualitätsmedizin

  • Prozesse
  • Qualitätsmanagement
  • 01.05.2008

Medizinische Ergebnisqualität über verschiedene Krankenhäuser und Trägergruppen hinweg vergleichbar publik zu machen und Fehler offensiv anzugehen – das ist das Ziel der neu gegründeten „Initiative Qualitätsmedizin IQM", die sich am 3. September 2008 in Berlin erstmals vorstellte. Zu der Initiative (www.initiative-qualitaetsmedizin.de) gehören bisher sieben Krankenhausträger mit 114 Krankenhäusern, die zusammen stationär jährlich rund 1,1 Millionen Patienten versorgen.

Gründungsinitiatoren sind die Helios Kliniken, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die SRH Kliniken, die Malteser Trägergesellschaft, die Johanniter GmbH, die Berufsgenossenschaftlichen Kliniken und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Die Ärztekammer Berlin wird die Initiative im Rahmen von extern begleiteten Peer Reviews als Kooperationspartner begleiten.

Mitglieder der Initiative können alle Krankenhäuser werden. Sie müssen sich verbindlich dazu verpflichten, Qualitätsmanagement auf der Basis von Routinedaten durchzuführen, die Ergebnisse zu veröffentlichen sowie Peer Review-Verfahren (auch mit externen Peers) durchzuführen.

Qualitätssicherung mit Routinedaten
Mit der Gründungdieser trägerübergreifenden Initiative, die sich Transparenz von Behandlungsergebnissen und einen offensiven Umgang mit Fehlern zur Aufgabe gemacht hat, geht das Kapitel der Qualitätssicherung mit Routinedaten in die nächste Runde. Nach acht Jahren Erfahrung bei den Helios Kliniken mit der Qualitätsmessung auf Grundlage von Routinedaten, nach der Übernahme des Systems in weit über 200 Kliniken in Deutschland und kurz vor der Einführung von adaptierten Helios- Qualitätsindikatoren in sämtlichen Schweizer Kliniken hat die neue trägerübergreifende „Initiative Qualitätsmanagement" das nächste Ziel vor Augen: eine trägerunabhängige Plattform, die auf Grundlage validierter Daten Auskunft über die Behandlungsqualität in Krankenhäusern gibt, für Patienten, Ärzte, Kostenträger –und als ein Beitrag Evidenz basierter Versorgungsforschung.

Die Routinedaten besitzen entscheidende Vorteile für die Qualitätsmessung:
- Sie umfassen jeden Behandlungsfall,
- sind manipulationsresistent und
- stehen kurzfristig für die Auswertung zur Verfügung.
- Sie machen es möglich, dass Krankenhäuser ihre medizinischen Leistungen konsequent optimieren und weiterentwickeln – ohne die Ärzte mit zusätzlichem Dokumentationsaufwand zu belasten.

Die Gründer der Initiative verbindet der Mut zur Transparenz und zur offenen Fehlerkultur. Es geht nicht um eine Konkurrenz zu anderen Modellen, sondern um einen kritischen Dialog mit anderen und eine sinnvolle Ergänzung von anderen Ansätzen.

Für den Patienten zählt am Ende nämlich allein die Frage: Ist das nun ein gutes oder weniger gutes Krankenhaus?

Und diese Frage stellt er unabhängig von dessen Trägerzuordnung. Die Initiatoren von IQM erwarten, dass sich weitere Krankenhäuser und deren Träger der Initiative anschließen werden und damit deutschlandweit wesentliche Impulse für Transparenz der medizinischen Behandlungsqualität erzielt werden: ein wichtiger Schritt für tatsächlichen Qualitätswettbewerb und ein Gegenpol zu der im Krankenhausbereich bislang – nach Einschätzung der Gründungsinitiatoren – von den herkömmlichen Institutionen zu einseitig fokussierten Kostensenkungsdiskussion.

Der Sitz von IQM ist Berlin. Die offizielle Gründungsveranstaltung und Konstituierung des Vorstandes fand am 16. September 2008 in Potsdam im Rahmen des QMR-Kongresses statt.

 

Dr. Francesco De Meo, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) der HELIOS Kliniken GmbH

 f&w 5/2008, Seite 514

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