339
Passwort vergessen

Forum 5 - Biete Klinik in bester Lage

Nachfolgeregelung, Unternehmensübergabe und -verkauf in der Rehabilitation

Nachfolgeregelung, Unternehmensübergabe und -verkauf in der Rehabilitation

  • f&w
  • Reha-Forum
  • 13.04.2017

Markus Bienentreu

Prof. Dr. Peter Borges

Thomas Bublitz

Oliver Christian Kettner

Ulf Ludwig

Der Reha-Markt ist in Bewegung, die Zahl der Träger sinkt kontinuierlich und nahezu ausschließlich im privaten Sektor. Immer mehr konzentriert sich der Markt auf einige wenige größere Unternehmen. Ziemlich genau spiegelt sich diese Entwicklung in der gestiegenen Zahl der Transaktionen von Reha-Immobilien.

Hinzu kommt, dass mehr als die Hälfte der Kliniken älter als 38 Jahre ist, doch nur knapp zehn Prozent ihrer Besitzer sich die Investition in dringend anstehende Sanierungen leisten können. „Es stellt sich also für viele als Einzelunternehmer tätige Klinikbetreiber die Frage, wie und in welchen Strukturen die Klinik zukunftsfähig gemacht werden kann“, sagte Workshop-Moderator Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken (BDPK). Für kleinere, meist in ländlicher Struktur gelegene Familienbetriebe gibt es drei Optionen: Sie investieren erstens über Kredit in die Gebäudeerneuerung. Sie trennen zweitens aus steuerrechtlichen Gründen Betrieb und Besitz, verkaufen also lediglich das Gebäude und betreiben die Einrichtung weiter. Oder sie trennen zwischen Betriebs- und Besitzgesellschaft, und beides wird in unterschiedlicher Trägerschaft geführt. „Was wir in den vergangenen Jahren verstärkt erleben, sind vor allem Immobilientransaktionen“, sagte Prof. Dr. Peter Borges, Geschäftsführer der aktiva Beratung im Gesundheitswesen GmbH, im Workshop „In besten Händen: Nachfolgeregelung, Unternehmensübergabe und -verkauf in der Rehabilitation“. Viele Reha-Kliniken liegen zwar landschaftlich reizvoll, „in den Ballungsgebieten mangelt es aber an Einrichtungen“. Daher sei kritisch zu überlegen, ob sich eine Investition in alte Immobilien noch lohnt oder es sinnvoller sei, die Einrichtung in ein neues Gebäude im städtischen Raum zu verlagern.

Er könne kleinen Einzelbetrieben nur raten, sich einem Verbund anzuschließen, sagte Ulf Ludwig, Vorstand der MediClin AG. „Die Herausforderungen im Reha-Markt werden größer. Wir haben größere Kostensteigerungen als Pflegesatzerhöhungen, und das bei steigenden Qualitäts-anforderungen. Das bekommt man als Einzelklinik nur schwer hin.“ Im Verbund könne man von Synergieeffekten profitieren. MediClin betreibt 26 Reha-Kliniken und wächst weiter. Ludwig: „Der Kauf einer Reha-Immobilie kommt für uns nur infrage, wenn wir die Klinik auch langfristig betreiben können, wenn sie uns gehört.“ Oliver Christian Kettner, ehemaliger Geschäftsführer eines Reha-Zentrums im niedersächsischen Gyhum, hat beides erlebt: Er hat zum einen von seinem Vater das familienbetriebene Reha-Zentrum übernommen und 20 Jahre weitergeführt. Zum anderen hat er dieses kürzlich an die Median-Gruppe verkauft. Auslöser und Hauptmotivation für den Verkauf sei der Wunsch der deutlich älteren Gesellschafter gewesen, die Zukunft der Klinik zu regeln. „Man muss einen geeigneten Nachfolger für das Erbe finden, die eigene Altersversorgung berücksichtigen, den Nachfolger hineinwachsen lassen, loslassen und Verantwortung abgeben“, nannte Kettner als eher emotionale Faktoren auf seiner Checkliste fürs Vererben.

Angesichts der derzeitigen Zins- und Investitionslandschaft sei es ratsamer, eine Immobilie zu behalten, als diese zu verkaufen, sagte Markus Bienentreu, Geschäftsführer der Terranus Real Estate GmbH, der im Workshop die Vor- und Nachteile von Miet-/Pacht- und Sale-and-lease-back-Modellen für Reha-Kliniken gegenüberstellte. Gegen den Verkauf sprechen würden die mit einer Miete anfallenden höheren Kosten, die Rendite, wegfallende Fördermittel, die fehlende Indexierung, die Vermeidung von Abhängigkeiten und mehr Unabhängigkeit bei der Immobilienstruktur. Dennoch ist die Zahl der Transaktionen groß. „Der zunehmende Kostendruck erschwert Investitionen in die Bausubstanz und macht Neuinvestitionen nahezu unmöglich“, sagte Bienentreu. Gründe für den Verkauf einer Reha-Klinik seien entsprechend die fehlende Liquidität, die Schonung des Eigenkapitals, die Konzentration auf das originäre Geschäft und das nicht vorhandene Zinsrisiko sowie das Fehlen eines geeigneten Nachfolgers. Ob es für eine Einzelklinik sinnvoll sei, nur die Immobilie abzugeben, fragte Workshop-Moderator Bublitz. Ludwig von MediClin verneinte dies: „Es ist erstens teurer und zweitens höchst unflexibel, wenn man sich wegen jeder Veränderung mit einem Vermieter auseinandersetzen muss.“ Doch was könne ein Einzelbetreiber letztlich tun, wenn in der Klinik nun einmal hohe Investitionskosten anstünden, fragte Bublitz. Bienentreu: „Wenn er sich nicht von seinem Unternehmen trennen will, bleibt ihm letztlich nur die Möglichkeit einer Kreditfinanzierung.“ 

Autor

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Empfehlung der Redaktion

Weitblick und Menschennähe: f&w gedenkt Michael Philippi mit Nachrufen des langjährigen Chefredakteurs Stefan Deges sowie des BDPK und öffnet das Archiv für Philippis Artikel aus der ersten f&w-Ausgabe aus dem Jahr 1984

Weitere Artikel dieser Ausgabe


Neueste Klinik-Personalie

Personalie

Neuer Geschäftsführer in Garmisch-Partenkirchen

  • News des Tages

Clemens Stafflinger hat Anfang Dezember die Aufgaben als Kaufmännischer Geschäftsführer der Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen...


Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich